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Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zum Wirtschaftsfaktor Kultur in Köln

Einnahmen durch die Kölner Kultur

Kultur ist ein äußerst wichtiger Faktor, der Geld in die Stadtkasse spült. - copyright: Wallraff-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Kultur ist ein äußerst wichtiger Faktor, der Geld in die Stadtkasse spült.
copyright: Wallraff-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Fakt ist, Kultur ist ein äußerst wichtiger Faktor, der Geld in die Stadtkasse spült. Ganz aktuell gibt KölnTourismus die Zahlen für das vergangene Jahr heraus und bewertet die Lage wie folgt:

“Das touristische Jahr 2016 ist mit insgesamt 3,35 Millionen Gästeankünften und 5,8 Millionen Übernachtungen im Vergleich zum vorangegangenen Rekordjahr 2015 schwächer ausgefallen. Der Rückgang beläuft sich auf 2,9 Prozent bei den Ankünften sowie auf 3,5 Prozent bei den amtlich erfassten Hotelübernachtungen. Nach 15 Jahren, in denen sich die Übernachtungszahlen seit dem Jahr 2000 verdoppelt hatten, wirkten sich im vergangenen Jahr vielfältige mitunter globale Einflussfaktoren negativ auf die Tourismusentwicklung in Köln aus.”

Über 900.000 Besucher in den städtischen Museen

Über 900.000 Besucher in den städtischen Museen - copyright: RBA / W.Meier
Über 900.000 Besucher in den städtischen Museen
copyright: RBA / W.Meier
Die städtischen Museen zählten im vergangenen Jahr insgesamt: 906.089 Besucher. Diese verteilten sich auf die zehn unterschiedlichen Einrichtungen wie folgt:

  1. Museum Ludwig: 231.080
  2. Römisch-Germanisches Museum: 179.467
  3. Wallraf-Richartz-Museum: 131.601
  4. NS-Dokumentationszentrum: 80.386
  5. Archäologische Zone: 67.342
  6. Museum für Angewandte Kunst: 59.484
  7. Rautenstrauch-Joest-Museum: 58.173
  8. Kölnisches Stadtmuseum: 49.764
  9. Museum für Ostasiatische Kunst: 25.045
  10. Museum Schnütgen: 23.747

Vorübergehende Schließungen einzelner Häuser aufgrund erforderlicher Sanierungsmaßnahmen verhinderten ein besseres Ergebnis.

Kultur nützt der Stadt über die Umwegrentabilität

Das in der Nähe des Neumarkts neu gebaute Rautenstrauch-Joest-Museum musste quasi schon saniert werden, bevor der erste Besucher durch die Völkerkundesammlung spazieren konnte. - copyright: Guido Schiefer
Das in der Nähe des Neumarkts neu gebaute Rautenstrauch-Joest-Museum musste quasi schon saniert werden, bevor der erste Besucher durch die Völkerkundesammlung spazieren konnte.
copyright: Guido Schiefer
Wie viel Geld der Faktor Kultur in die Stadtkasse spült, lässt sich nur schwer exakt ermitteln. Die Experten sprechen von Umwegrentabilität. Diese zeigt den indirekten Nutzen auf, den eine Großveranstaltung oder ein Museum von Weltruf, um zwei Beispiele zu nennen, in Form von Euro in die Stadtkasse spülen. Angefangen bei demjenigen, der nach dem Museumsbesuch ein Souvenir kauft, bis zum Städtereisenden, der mehrere Tage in Köln verbringt.

Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die städtischen Museen Einnahmen in Höhe von rund 11,2 Millionen Euro, so das vorläufige Jahresergebnis. Diese setzen sich überwiegend aus Eintrittsgeldern sowie Zuschüssen Dritter – hier insbesondere Bund und Land sowie Sponsorengelder – zusammen.

Nicht nur erforderliche Sanierungsmaßnahmen verhinderten ein besseres Ergebnis. Das in der Nähe des Neumarkts neu gebaute Rautenstrauch-Joest-Museum musste quasi schon saniert werden, bevor der erste Besucher durch die Völkerkundesammlung spazieren konnte. Nach der knapp bemessenen Planungsphase von 15 Jahren und der im Vergleich dazu schnellen Bauzeit von fünf Jahren sind Wasserschäden im Fotoarchiv, Mängel bei der Elektroinstallation, die schadhafte Glasfassade und Probleme bei der Sprinkleranlage Streitpunkte, mit denen sich inzwischen die Gerichte beschäftigen. Undichte Stellen im Sprinklersystem führten zum Einsatz von Brandwachen, eine Abteilung des Hauses musste vorübergehend geschlossen werden.

Komplizierte und zeitaufwendige Vergabeverfahren

Komplizierte und zeitaufwendige Vergabeverfahren - copyright: pixabay.com
Komplizierte und zeitaufwendige Vergabeverfahren
copyright: pixabay.com
Die Erläuterungen der Stadt sind teils nachvollziehbar. “Für das Kulturzentrum am Neumarkt wie auch für die Oper gilt: Bauen bedeutet immer auch ein gewisses Maß an Risiko. Die Teuerung von Baumaterialien wie Stahl, Beton und Fertigelementen gehört dazu wie nachträgliche Änderungen am Bauwerk noch während der Bauphase. Hinzu kommen Zeitverzögerungen.”

Die Bindung der öffentlichen Hand an das Vergaberecht, komplizierte und sehr zeitaufwendige Vergabeverfahren machen die Sache nicht leichter. Unternehmen mogeln sich mit gezielt zu niedrig angesetzten Angeboten ins Boot, machen sich unverzichtbar, um später Nachforderungen zu stellen, die den Kostenrahmen übersteigen.

Eine Schwierigkeit, die aus dieser Problemlage resultiert, ist der Umgang der öffentlichen Hand mit Schlechtleistungen von einzelnen Unternehmen. Anders als die Privatwirtschaft sieht die öffentliche Hand wegen Bedenken einer erneuten Ausschreibung und mühsamer Gerichtstermine meist von einer Kündigung der unzureichend arbeitenden Baufirmen ab. Hier ist eventuell Besserung in Sicht, denn der neue Chef der Allgemeinen Verwaltung, Dr. Stephan Keller, will mit schlampig arbeitenden Unternehmen Klartext reden.

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