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Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zum Wirtschaftsfaktor Kultur in Köln

Freie Bühnen haben die Nase vorn

Inzwischen haben die freien Bühnen die Nase vorn - copyright: pixabay.com
Inzwischen haben die freien Bühnen die Nase vorn
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Den Bühnen Köln, also den städtisch betriebenen Brettern, die die Welt bedeuten, stehen über 50 freie Bühnen gegenüber. Die sind im gesamten Stadtgebiet verteilt, die Bandbreite reicht dabei vom kleinen Wohnzimmertheater bis zur großen Comedia Köln. Dietmar Kobboldt vom Kulturnetz Köln hat einen Vergleich der Zuschauerzahlen aus dem Jahr 2014 vorliegen. Seinerzeit lagen städtische Bühnen und die freien Theater gleichauf. Inzwischen haben die freien Bühnen die Nase vorn, bedeuten die Sanierung von Oper und Schauspiel deutliche Kapazitätseinbußen.

Als die älteste private Bühne in Köln bereichert das Theater der Keller seit 1955 die freie Kulturszene. Seinerzeit sollte es der avantgardistische Gegenentwurf zur “Hochkultur” des Stadttheaters sein. Heute prägt zeitgenössische Dramatik mit politischer und gesellschaftlicher Relevanz das neue Konzept. Eigene Inszenierungen werden durch Lesungen, Diskussionen und Konzerte ergänzt. Das lockte im vergangenen Jahr 6.633 Zuschauer in die Kleingedankstraße. Wo sich Theaterleiter Heinz Simon Keller große Gedanken um einen neuen Standort macht. Denn der Mietvertrag läuft am 31.07.2017 aus.

“Comedy sollte mehr gefördert werden”

Seit 1981 gibt es das Atelier Theater in der Roonstraße. Das von Rosa K. Wirtz geleitete Haus mit zwei festen und zehn freien Mitarbeitern hat sich der Comedy verschrieben. Die Sommer-Reihe der Gratis-Comedy im Wirtzhaus wird regelmäßig mit einem kleinen Betrag aus dem Zehn-Millionen-Euro-Fördertopf des Kulturamts unterstützt. Die Chefin sieht Köln als eine Comedy-Stadt. “Dieses Genre der Kunst sollte gerade hier mehr gefördert werden – wird aber tatsächlich etwas ,stiefmütterlich‘ behandelt.”

Zwischen Nachwuchsförderung und Zuschüssen

Viele Bühnen sind auf Spenden angewiesen oder haben eigene Fördervereine ins Leben gerufen. - copyright: pixabay.com
Viele Bühnen sind auf Spenden angewiesen oder haben eigene Fördervereine ins Leben gerufen.
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Viele der freien Bühnen haben sich auch die Förderung des Nachwuchses auf die Fahnen geschrieben. In der umgebauten Alten Feuerwache in der Vondelstraße veranstaltet die Comedia Köln Kindertheater und Junges Theater. Zwei Bühnen (400 und 180 Plätze) machen das Haus in Sachen Besucherzahl (96.000 in 2016) und Mitarbeiter (60 feste und 40 freie) zu einem Zugpferd der freien Theaterszene. Allerdings: auch hier reicht es nicht zu überleben, städtische Fördermittel stocken den Etat auf.

Am 24.03.2017 feierte das TAS Theater am Sachsenring seinen 30. Geburtstag. Im vergangenen Jahr kamen 6.200 Zuschauer in die insgesamt 112 Vorstellungen. Unter der Leitung von Joe Knipp werden renommierte Autoren wie Ibsen, Canetti, Kafka, von Kleist, Ayckbourn und Reza inszeniert. Auch das TAS erhält für einzelne Produktionen geringe Zuschüsse aus der öffentlichen Hand. Viele Bühnen sind daher auf Spenden angewiesen oder haben eigene Fördervereine ins Leben gerufen.

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