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Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zum Wirtschaftsfaktor Kultur in Köln

10,2 Millionen Euro für die freie Szene

Damit sich in Köln auch weiterhin der Vorhang hebt, wird die freie Szene mit 10,2 Millionen Euro gefördert. - copyright: pixabay.com
Damit sich in Köln auch weiterhin der Vorhang hebt, wird die freie Szene mit 10,2 Millionen Euro gefördert.
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Doch was genau ist die freie Szene? Nun, sie umfasst bildende Künstler, Musiker, Literaten, auch Foto- und Videokünstler, Tänzer und Theatermacher sowie Kulturmanager, die eines eint: Sie sind freischaffend, freiberuflich tätig, arbeiten an unterschiedlichen Projekten, manchmal auch an mehreren gleichzeitig, um über die Runden zu kommen.

Dafür fließen aus dem städtischen Kulturetat in diesem Jahr 10,2 Millionen Euro über das Kulturamt in die freie Szene – inklusive Personalkosten und weitere Aufwendungen. Das Budget wurde um eine Million Euro erhöht. Das legt die Vermutung nahe, dass in der Vergangenheit zu wenig für diese Klientel getan wurde. “Nein”, heißt es dazu aus den Reihen der Stadt. “Die freie Szene ist die zweite wichtige Säule der Kulturstadt Köln. Sie besteht aus vielen Künstlerinnen und Künstlern, freien Kulturmanagern und Kunstinstitutionen. Diese erhalten nicht durch Tarifsteigerungen regelmäßig mehr Gehalt. Dies funktioniert nur durch einen Anstieg der Zuschusssummen bei öffentlichen Förderungen. Eine Anhebung der Zuschusssummen konnte das Kulturdezernat zusammen mit dem Kulturamt durch den deutlichen Anstieg des Kulturetats nun in diesem Jahr umsetzen. Hier war es dem Kulturamt und dem Ausschuss für Kunst und Kultur besonders wichtig, bestehende Strukturen und Häuser, die der gesamten Szene als Veranstaltungsplattformen und Abspielorte dienen, zu stärken.”

Erschwingliche Probenräume für Musiker und Bands, günstige Ateliers für bildende Künstler und Fotografen, die Einsatzbereiche der Fördermittel sind vielseitig. Doch wer entscheidet letzten Endes, wohin das Geld fließt? Das läuft über Anträge, für alle Sparten gibt es Referenten. Gefördert werden sowohl Projekte als auch individuelle Ideen.

Für erschwingliche Ateliers stehen Künstler Schlange

Für erschwingliche Ateliers stehen Künstler in Köln Schlange - copyright: pixabay.com
Für erschwingliche Ateliers stehen Künstler in Köln Schlange
copyright: pixabay.com
Wer sich in die Lage eines ein Atelier suchenden Künstlers hineinversetzen will, braucht nur auf den Wohnungsmarkt zu schauen. Auch vor den Ateliers stehen die suchenden Mieter Schlange. Eine Alternative wäre das Ausweichen in billigere, ländliche Regionen. Viele Kulturschaffende, die dem Hype um Berlin gefolgt sind, sind längst wieder zurück am Rhein. Weil Köln in gewisser Weise das Zentrum Europas ist, die Kulturmetropolen London und Paris sind schnell erreichbar.

Friederike van Duiven, die gemeinsam mit Maria Spering und Dietmar Kobboldt den aktuellen SprecherInnenrat des Kulturnetz Köln bildet, sieht ganz neue Ansätze, damit ein Künstler nicht mehr brotlos bleibt.

“Bildende Künstler, die eine Ausstellung bestücken, am Ende aber nichts verkaufen, sollten über eine Honorarvereinbarung zumindest einen Grundstock legen können.”

Gefragt, wo Köln als Kulturstadt in zehn Jahren steht, kam vom Kulturdezernat folgende Antwort: “Köln ist eine internationale und multikulturelle Metropole und steht mit einer breit aufgestellten Kunst- und Kulturszene bereit, die Herausforderungen der Zukunft wie Inklusion, demografischer Wandel und die Situation einer Gesellschaft, geprägt auch durch flüchtende Menschen, programmatisch positiv anzugehen.”

Und weiter: “Mit dem Offenbachplatz (Oper/Schauspiel/Konzert) als einem künftigen Mittelpunkt für den kulturellen Austausch mit allen Teilen der Stadtgesellschaft, einer top positionierten Museumslandschaft, der erfolgreichen Philharmonie und der kreativen freien Szene als weitere Säule wird Köln in einem Jahrzehnt seinen Ruf als innovative Kulturstadt par excellence stark ausgebaut haben.”

Kultur ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren dieser Stadt. Medien- und Kreativwirtschaft bilden eine feste Größe und die Umwegrentabilität über Museumsbesucher (ca. 1 Mio. Menschen pro Jahr) und Kultur-Touristen im Hotel-, Gaststätten- und Shoppingsektor ist bedeutend.

Heribert Eiden

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