Was haben ein historisches Flugzeug und moderne Change-Prozesse gemeinsam? In beiden entscheiden Klarheit, Haltung und ein guter Umgang mit Turbulenzen über Erfolg oder Scheitern. Und so folgten in den letzten Wochen gleich zweimal Geschäftsführende und Führungskräfte aus ganz unterschiedlichen Branchen der Einladung in die Fokker der Motorworld Köln, einer exklusiven Seminarlocation mit Geschichte, Charakter und Zukunftsgeist. Ihr gemeinsames Anliegen: Wie bringen wir den Change vom Eis? Und geht das nicht auch schneller, mit besseren Ergebnissen und weniger Frust?
Dr. Martina Augl, erfahrene Expertin für Change-Management und Organisationsentwicklung, leitete die Impulsworkshops und machte direkt zu Beginn deutlich: „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.“ Sie erklärte, warum sich Menschen generell schwertun mit Veränderung und dass sie sich im Kern nur aus zwei Gründen bewegen: Schmerz oder Freude.
Aus über 20 Jahren Erfahrung brachte Martina Augl ihre „10 Golden Nuggets im Change-Management“ mit: erprobte Werkzeuge, Denkimpulse und Praxistipps für Geschäftsführende und Führungskräfte, die sofort anwendbar sind und direkt Wirkung erzeugen. Und sie räumte auch mit einigen Mythen auf. Besonders eindrücklich: ihr Blick auf Widerstand. Viele versuchen, ihn zu vermeiden. Doch darin steckt, so Augl, wertvolle Information. „Widerstand ist kein Hindernis, sondern eine wertvolle Ressource – und oft der Schlüssel zu tragfähigen Lösungen.“
Auch die größten Fallstricke in der Change-Arbeit wurden besprochen: warum voreiliges Loslaufen oft zu Verzögerungen führt und was beim Einbeziehen der Mitarbeitenden grundsätzlich schiefläuft. Im persönlichen Rahmen der Fokker entstand ein offener Austausch. Die Teilnehmenden berichteten aus ihrem Führungsalltag, reflektierten ihre Change-Erfahrungen, und mit pointierten Fragen wurde bis an die Ursache vieler aktueller Change-Probleme geblickt – mit so manchem Aha-Erlebnis. Zentrale Themen: Sinn, Kommunikation und Haltung.
Klar kommunizieren kann nur, wer Klarheit hat
Denn klar kommunizieren kann nur, wer selbst Klarheit hat. Und wer sich im Vorfeld in die Perspektive seiner Mitarbeitenden hineinversetzt, öffnet Raum für Vertrauen, echte Mitgestaltung und Akzeptanz. „Menschen unterstützen das, was sie mitgeholfen haben zu erschaffen“, ist ein zentraler Leitsatz für gelingenden Change, so Augl. Wertschätzung für die verschiedenen Perspektiven im Unternehmen und aufrechte Neugier auf die dahinterliegenden Motive sind entscheidende Erfolgsfaktoren.
Am Ende drehte Dr. Augl den Spieß um und fragte: „Was ist Ihr wichtigstes Golden Nugget von heute?“ Ganz vorne: die Change-Formel, ein wirkungsvolles Tool, das Zweck, Sinn und Zielrichtung sichtbar macht und zeigt, wie die Grundlagen für die im Change erforderliche Energie geschaffen werden. Ebenso wichtig: die ersten kleinen Schritte, die aufzeigen, was bereits in Richtung Ziel geht. Denn als Führungskraft Erfolge – auch die kleinen – sichtbar zu machen und den Maßnahmen klar zuzuordnen, hilft, Motivation und Energie langfristig aufrechtzuerhalten. Ebenso begeistert haben die Tipps zum Umgang mit Emotionen, zur Bearbeitung von Widerstand und zur Notwendigkeit eines stabilen Gleichgewichts als Ergebnis nachhaltiger Veränderung.
Fazit
Change ist kein Blindflug, sondern braucht Klarheit im Kurs – und Vertrauen in die Menschen, die ihn fliegen. In der Fokker der Motorworld Köln wurde deutlich, worauf es ankommt: Mit den richtigen Instrumenten, dem Blick auf Ressourcen und der Bereitschaft, Turbulenzen als Lernmomente zu sehen, kann Veränderung schnell, gezielt und sicher gelingen. Schließlich sind es die Menschen und ihre Emotionen, die Veränderung zum Fliegen bringen.
Dr. Martina Augl MBA ist promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin und systemische Organisationsberaterin. Seit 20 Jahren begleitet sie Unternehmen in Veränderungsprozessen und unterstützt Führung in der strategischen Positionierung und Ausrichtung. Zudem arbeitet sie als Trainerin und Leadership Coach.
(Eugen Weis)
Bildquellen
- Dr. Martina Augl in der Fokker: Martin Müller