Home > Interviews & Portraits > Interview > Es läuft beim 1. FC Köln: Interview mit Geschäftsführer Alexander Wehrle
Documentus

Es läuft beim 1. FC Köln: Interview mit Geschäftsführer Alexander Wehrle

Gedanken zu einem größeren Stadion für den 1. FC Köln

Gedanken zu einem größeren Stadion für den 1. FC Köln. - copyright: Die Wirtschaft Köln / Alex Weis
Gedanken zu einem größeren Stadion für den 1. FC Köln.
copyright: Die Wirtschaft Köln / Alex Weis
Die Wirtschaft Köln: Ein Teil der Einnahmen sind Zuschauereinnahmen, und da sind wir beim Stadion an einem Punkt, wo man sagen muss da kann mehr passieren.

Alexander Wehrle: Das ist richtig, wir haben bei nationalen Spielen eine Kapazität von 50.000, bei internationalen Matches wären es 46.000, weil ja die Stehplatzbereiche bestuhlt werden. Wir haben 25.500 Dauerkaten ausgegeben, die Warteliste ist lang. Pro Spieltag kommen abzüglich aller Sonder- und Businesstickets nur rund 15.000 Einzelkarten für Heimfans in den Verkauf, denn Karten gehen ja auch an Gästefans. Unser Heimbereich ist so gut wie immer ausverkauft, für Heimspiele wie gegen Schalke, Dortmund, Gladbach oder die Bayern könnten wir locker doppelt so viele Karten verkaufen. Wir haben 86.000 Mitglieder, die haben ein Vorkaufsrecht – das heißt, es gibt Spiele, da gehen gar keine Tickets in den freien Verkauf. Vor diesem Hintergrund ist es geboten, sich über eine größere Arena Gedanken zu machen.

Unser Pachtvertrag für das RheinEnergieSTADION endet 2024. Rechnet man Planungs-, Genehmigungs- und Bauphase zusammen, müssen wir mit sechs Jahren rechnen, bis ein Neubau oder Umbau realisiert ist. Also sollte man Ende 2017 wissen was geht und was nicht geht.

Die Wirtschaft Köln: Was würde ein Stadionneubau heute kosten?

Alexander Wehrle: Das hängt davon ab wo gebaut wird. Wie hoch sind die Kosten für Grund und Boden, was ist an Infrastruktur vorhanden, gibt es bereits eine Anbindung an den ÖPNV? All das ist Teil unserer Überlegungen und muss 2017 geklärt werden.

Die Wirtschaft Köln: Aber einen Stadionneubau könnte der FC stemmen?

Alexander Wehrle: Bis 2024 zahlen wir in der 1. Liga rund zehn Millionen Euro Pacht und Betriebskosten jährlich, die zweithöchste Summe der Liga. Mit einem gesunden Mix aus Eigenkapital und Fremdkapital wäre der Bau in Eigenregie – gerade bei dem momentanen Zinsniveau – machbar. Jetzt sind wir dabei Standorte für einen Neubau zu identifizieren, prüfen aber genauso ernsthaft den Ausbau des bestehenden Stadions.

Die Wirtschaft Köln: Was ist schneller umsetzbar, ein Ausbau des Stadions oder ein Neubau?

Alexander Wehrle: Zeitlich macht das keinen Unterschied. Beim Ausbau des RheinEnergieSTADIONs muss man in der Bauphase einen Kapazitätsverlust ergo Einbußen bei den Einnahmen einkalkulieren. Andererseits darf man nicht vergessen, dass wir zum Standort Müngersdorf eine hohe emotionale Bindung haben.

Auch interessant

Interview: Daniel Quadt (Geschäftsführer AlFiPa in Köln) zur Corona-Krise

AlFiPa-Geschäftsführer Daniel Quadt im Interview mit DIE WIRTSCHAFT über Herausforderungen der Corona-Krise und wie sein Kölner Unternehmen diese meistert.

Send this to a friend