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Fördermittel: Wichtiges Instrument für Unternehmenswachstum

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Dr. Maxim Gleser und Ibrahim Bölükbas, Geschäftsführer der ZIMTIO AG, beraten und betreuen KMUs bei der Beantragung von Fördermitteln. copyright: Eugen Gleser
Dr. Maxim Gleser (re.) und Ibrahim Bölükbas (li.), Geschäftsführer der ZIMTIO AG, beraten und betreuen KMUs bei der Beantragung von Fördermitteln.
copyright: Eugen Gleser

Fördermittel sind für Unternehmen ein wichtiges Instrument, um Kapitel für nachhaltiges Unternehmenswachstum sicherzustellen. Derzeit gibt es über 3.000 verschiedene Programme in Deutschland, sodass sich die meisten Unternehmen für einen Anteil aus diesen qualifizieren. Von Zuschüssen für Existenzgründung und Neukundenakquise bis hin zu zwei Millionen schweren Innovationsförderprogrammen lassen sich verschiedene Bereiche unterstützen. Schwierigkeiten beim Auffinden des richtigen Programms sowie die langwierige Antragstellung führen dazu, dass sich die wenigsten Geschäftsführer an diese Instrumente heranwagen. Aktuell gibt es in der Bundesrepublik mehr als drei Millionen Unternehmen, von denen, abgesehen von den Coronahilfen, weniger als fünf Prozent staatliche Unterstützung erhalten.

DIE WIRTSCHAFT KÖLN sprach dazu mit Dr. Maxim Gleser, Mitgeschäftsführer der ZIMTIO AG, der Kleinen und Mittelständischen Unternehmen (KMU) bei der Suche sowie der Beantragung behilflich ist:

DIE WIRTSCHAFT: Herr Dr. Gleser, mit der ZIMTIO AG haben Sie in den letzten 12 Monaten über 200 KMUs in der Antragstellung betreut. Wie ist Ihr Fazit?

Dr. Maxim Gleser: Fördermittel sind eine sehr spannende, aber leider selten genutzte Finanzierungsmöglichkeit für unternehmensinterne Projekte. Ich erlebe im Kundenkontakt, dass Unternehmen auf der Suche nach frischem Kapital zuerst an einen KfW-Kredit denken oder auch Eigenkapital über Investoren aufnehmen. Häufig werden Innovationen nicht umgesetzt, weil die Finanzierung fehlt. Insbesondere auf der Bundesebene gibt es hier einige gute wenn auch wenig bekannte Alternativen. Über 90 Prozent unserer Kunden kamen durch uns zum ersten Mal mit Fördergeldern in Kontakt.

Fördermittel für KMUs und Startups

DIE WIRTSCHAFT: Welche Förderprogramme bedienen Sie? Wer ist Ihre Zielgruppe?

Dr. Maxim Gleser: Wir sind spezialisiert auf Bundesförderprogramme in der DACH Region (Deutschland, Österreich, Schweiz). In Deutschland beispielsweise gibt es das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), wo KMUs bis zu 250.000 Euro für die Umsetzung innovativer Projekte erhalten. Die Zuschüsse kommen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Dann gibt es noch diverse Alternativen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Hier sind insbesondere die KMU-innovativ Zuschüsse hervorzuheben, da hier Projekte mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro bewilligt werden.

DIE WIRTSCHAFT: Das ist ja fast zu schön, um wahr zu sein. Und das gilt für jedes Unternehmen?

Dr. Maxim Gleser: Für jedes Instrument müssen gewisse Kriterien erfüllt sein. Deswegen eruieren wir mit jedem Kunden zuallererst immer die wirtschaftliche Ausgangslage sowie den Kapitalbedarf. Grundsätzlich reicht unser Kundenstamm von kleinen Startups bis hin zu Unternehmen mit über 25 Millionen Euro Umsatz und Hunderten Mitarbeitern. Beispielsweise sind beim ZIM alle Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern oder über 50 Millionen Euro Umsatz nicht antragsberechtigt. Aber für diese Unternehmen gibt es andere Alternativen. So erstattet beispielsweise das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) rückwirkend alle Forschungs- und entwicklungskosten zu 25 Prozent – bis zu einer Million Euro für das Jahr 2020.

Es gibt auch Programme für Startups und Unternehmen in Schwierigkeiten. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Bereich dieser Art Hilfen in letzten Jahren massiv angewachsen ist. Insbesondere im Coronajahr haben wir einen massiven Kundenzulauf verzeichnet.

DIE WIRTSCHAFT: Wozu unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung derartige Vorhaben und müssen diese Zuschüsse zurückgezahlt werden?

Dr. Maxim Gleser: Die Bundesregierung stellt Unternehmen finanzielle Hilfen als nicht-rückzahlbare Zuschüsse zur Verfügung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standort Deutschland und der Europäischen Union zu stärken. Hierdurch sollen neue Arbeitsplätze am Innovationsstandort Deutschland geschaffen werden und auch höhere Steuereinnahmen generiert werden. Die Zuschüsse müssen, unabhängig vom Projekterfolg, nicht zurückgezahlt werden. Dies ist der große Vorteil gegenüber Krediten und anderen Finanzierungsinstrumenten.

Zimtio AG mittlerweile an drei Standorten vertreten

DIE WIRTSCHAFT: Wie sind Sie eigentlich zur Fördermittelberatung gekommen?

Dr. Maxim Gleser: Eine sehr berechtigte Frage. Vor sechs Jahren habe ich ein Startup im Bereich medizinischer Handschuhe gegründet. Wir sind damals in die TOP 50 der deutschen Startups gewählt worden und haben dementsprechend starke Unterstützung über Fördermittel erhalten. Von Tag eins an haben wir schwarze Zahlen geschrieben und hatten bereits im ersten Geschäftsjahr einen sechsstelligen Umsatz. 2019 folgte dann der Exit an ein asiatisches Unternehmen.

Im Anschluss habe ich mit Herrn Bölükbas das erste Unternehmen im Bereich der Beratung gegründet. Er war vorher als Berater bei BCG tätig. In den Jahren danach sind wir stark angewachsen und haben nun nach einer Umfirmierung in eine Schweizer AG mittlerweile 17 Mitarbeitern an drei Standorten in Deutschland und der Schweiz.

DIE WIRTSCHAFT: Spannender Verlauf. Wo sehen Sie aktuell noch Ausbaupotenzial bei der ZIMTIO AG?

Dr. Maxim Gleser: Wir würden uns gerne weiter in Richtung der EU-Ebene entwickeln. Hier ist insbesondere der neu aufgelegte Horizon Europe Fond sehr spannend. In den nächsten sieben Jahren sollen hier 100 Milliarden Euro an Zuschüssen bereitgestellt werden. Das ist das weltweit größte Programm für Innovationen. Hier stehen vor allem Kleine und Mittelständische Unternehmen im Fokus der Unterstützung und nicht Forschungseinrichtungen. Auch Startups sind willkommen. Pro Projekt können bis zu 2,5 Millionen Euro als nicht-rückzahlbarer Zuschuss zur Verfügung gestellt werden und bis zu 15 Millionen Euro als Venture-Capital Finanzierung (VC) gegen 10 bis 25 Prozent der Unternehmensanteile. Letzteres ist insbesondere für junge Unternehmen und Startups spannend.

Innovation hat viele Gesichter

DIE WIRTSCHAFT: Wie läuft denn bei Ihnen der Antragsprozess ab und welche Aufgaben übernehmen Sie?

Dr. Maxim Gleser: Jeder Kunde erhält basierend auf seinen Ausgangskriterien und dem notwendigen Kapitalbedarf einen eigenen “Fördermittelfahrplan”. Manchmal sind es 50.000 Euro für ein Digitalisierungsprojekt, manchmal auch die vier Millionen Euro für eine große Solaranlage – der rege Kontakt mit den Kunden fordert und unterstützt neue Vorhaben. Beratung bedeutet für uns aber auch, dass die Unternehmen in Deutschland eine konzentrierte Hilfestellung benötigen, die eine exzellente und auch in der Anzahl vermehrte Antragstellung in der vollen Bandbreite der EU-Unterstützung ermöglicht. KMUs können bei der ZIMTIO AG gezielt und fachlich kompetent, auch über EU-Hilfen hinaus, beraten werden.

Grundsätzlich übernimmt ZIMTIO AG die vollständige Erstellung der Unterlagen, sowie die Kommunikation mit dem Projektträger. Wir nehmen den Kunden über 90 Prozent der Arbeit ab, sodass für die Beantragung in der Regel nur drei bis acht Stunden Zuarbeit von Kundenseite notwendig sind. Dies wird durch unser hausintern entwickeltes volldigitalisiertes System ermöglich. Da der zeitliche Aufwand beim Kunden so gering ist, beantragen wir in den ersten 12 Monaten im Durchschnitt 2,7 Programme mit jedem Neukunden.

DIE WIRTSCHAFT: Gibt es Erfolgsbeispiele bzw. wie kann ich mir vorstellen, welche dieser finanziellen Hilfe auf welches Unternehmen passt?

Dr. Maxim Gleser: Sowohl die Entwicklung von Technologien als auch die von Geschäftsideen sollen während der Entwicklungsvorhaben durch Bundesförderungen unterstützt werden. Wir haben kürzlich erst für ein Maschinenbauunternehmen über 300.000 Euro für die im Jahr 2020 verrichteten Arbeiten rückwirkend bezuschussen lassen. Die Themen und auch Bereiche variieren von “einfachen” Digitalisierungsprojekten bis hin zu Raumfahrttechnologien. Innovation hat viele Gesichter – daher lohnt es sich für jedes Unternehmen zu schauen, ob es unterstützungsfähige Projekte gibt.

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