Themen wie Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit bestimmen verstärkt den gesellschaftlichen Diskurs und das Bewusstsein vieler Menschen. Darauf hat sich seit Längerem auch der Finanz- und Kapitalanlagemarkt eingestellt und bietet Anlegern die Möglichkeit, in nachhaltige Produkte zu investieren. Den Investoren kommt es dabei nicht nur auf die Rendite an, sondern auch auf die nachhaltige Wirkung ihres Engagements. Die Wirtschaft hat zu diesem Thema bei Martin Müller, Impact-Investment-Botschafter der IISII AG, einmal näher nachgefragt.
Die Wirtschaft: Herr Müller, Sie sind bekannt als MISTER MATCHING®, Business-Eventveranstalter und LinkedIn-Trainer, wie kommt es zu der neuen Tätigkeit als Impact-Investment-Botschafter?
Martin Müller: Als MISTER MATCHING® bringe ich immer Menschen geschäftlich zusammen und bis vor fünf Jahren war ich aktiver Finanzmakler. Im letzten Jahr bin ich auf eine Anlagemöglichkeit gestoßen, die Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit vereint und dazu noch das Geld in nachhaltige Investments investiert. Ich informierte mich genauer und habe mich beim IISII-Institut beworben. Das International Institute for Sustainable Impact Investments (IISII) steht für eine neue Investitionskultur: verantwortungsvoll, wirkungsorientiert und zukunftsfähig. Sie bringt Menschen zusammen, die Kapital als Hebel für eine nachhaltige Transformation verstehen – und selbst Teil dieser Veränderung sein wollen. Im Mittelpunkt steht die Aktivierung von Impact-Investment-Botschaftern: engagierte Persönlichkeiten, die durch Wissen, Haltung und Netzwerk Wirkung in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik tragen. Als Impact-Investment-Botschafter übernehme ich diese Aufgabe.
Die Wirtschaft: Was versteht man unter dem Begriff „Impact Investment“?
Martin Müller: Unter Impact Investing bezeichnet man das Investieren in Anlagen, die einen messbaren positiven Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt haben. Investiert ein Impact Investor beispielsweise in ein Unternehmen, muss dieses transparent nachweisen können, warum sein Geschäftsmodell einen Impact-Fokus aufweist. Beispielsweise können das Unternehmen sein, die Produkte entwickeln, die nachweisbare soziale oder ökologische Probleme lösen.
Die Wirtschaft: Warum investieren Kapitalanleger zunehmend in ökologische und soziale Projekte?
Martin Müller: Die globalen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen nehmen immer weiter zu. Beispielsweise ist die Zahl der weltweiten Umweltkatastrophen aufgrund des Klimawandels in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Aber auch soziale Krisen verschärfen sich weiterhin auf dem Globus, beispielsweise Hungersnöte, steigende Armut oder Kriege. Kapitalanleger haben erkannt, dass die Finanzierung von Impact-Projekten ein wichtiger Baustein ist, um zur Lösung dieser Krisen beizutragen.
Die Wirtschaft: Wie entwickelt sich der Marktanteil von Impact Investments im Vergleich zu den klassischen Kapitalanlagen?
Martin Müller: Laut dem Global Impact Investing Network (GIIN) beliefen sich die weltweit verwalteten Impact-Investing-Vermögen im Jahr 2024 auf rund 1,57 Billionen USD. Das entspricht einem starken Wachstum in den letzten Jahren, nämlich etwa einer Verdopplung seit 2018. Klassische Kapitalanlagen haben zwar ein deutliches höheres Volumen aus Gesamtmarkt-Sicht, sind aber bei Weitem nicht so schnell gewachsen wie die Impact Investments. Impact Investments weisen somit ein hohes Wachstumspotenzial auf.
Immer mehr Kapitalanleger investieren in ökologische und soziale Projekte
Die Wirtschaft: In welche Projektbereiche wird dabei, beispielsweise, weltweit investiert?
Martin Müller: Das ist ganz unterschiedlich. Natürlich sollten die Branchen und Projekte, in denen Impact-Investoren investieren, auch einen grundlegenden, klar erkennbaren Impact-Fokus aufweisen. Unternehmen aus der Glücksspiel-, Waffen- oder Tabakindustrie sind für die meisten Impact-Investoren daher ein No-Go. Positive Branchen wären zum Beispiel Healthcare, E-Mobility und erneuerbare Energien, aber auch Hightechunternehmen, die mit ihren Innovationen zu einem positiven gesellschaftlichen Wandel beitragen. Gerade bei diesen Unternehmen ist der Impact-Grad auf den ersten Blick oft nicht sichtbar, aber bei näherer Analyse dann doch eindeutig. Deshalb lohnt es sich meist, genauer hinzusehen, unabhängig von der Branche.
Die Wirtschaft: Wie funktioniert bei Produktgebern die Kooperation mit Unternehmen im Bereich Impact Investment?
Martin Müller: Firmen wie die Deutsche Nachhaltigkeit sind zum einen Impact-Investor und zum anderen als Berater für Impact-Unternehmen tätig. Als Impact-Investor investieren sie in Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen, die Positives für Umwelt und Soziales bewirken. Zum Beispiel sind sie in ein Unternehmen investiert, das nachhaltige Lederersatztextilien für die Mode- und Einrichtungsindustrie herstellt. Daneben berät die Deutsche Nachhaltigkeit nachhaltige Unternehmen hinsichtlich ihrer Finanzierungsstruktur. Einige Unternehmen planen zum Beispiel einen Börsengang, um sich weiteres Geld für ihr Wachstum zu beschaffen. Hier kommt die Deutsche Nachhaltigkeit als Berater ins Spiel.
Die Wirtschaft: Gibt es eine transparente Wirkungskontrolle für den Erfolg der Projekte?
Martin Müller: Ja, das gibt es. Zum Beispiel hat die Deutsche Nachhaltigkeit dazu einen Impact-Investment-Prozess implementiert. Dieser basiert auf eigens dafür definierten Impact-Zielen und den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinigten Nationen. Anhand dieses standardisierten und transparenten Prozesses können wir durch ein Punktesystem den Impact-Grad von Unternehmen messen. Erreicht ein Unternehmen eine gewisse Mindestpunktzahl nicht, kommt es als Investment nicht infrage. Das Gute: Alle bestehenden Beteiligungsunternehmen liegen sehr deutlich über der Mindestschwelle und haben damit einen sehr hohen messbaren Impact-Grad.
Die Wirtschaft: Bei allen ethischen Grundsätzen – die Investoren wollen mit ihren Anlagen auch Gewinne erzielen. Sozial und gewinnorientiert, passt das zusammen? Wie sieht es da mit den Renditen aus?
Martin Müller: Das Impact Investing verbindet positive soziale und ökologische Effekte mit einer ökonomischen Rendite. Meiner Ansicht nach gibt es keinen Widerspruch zwischen Gewinnorientierung und sozialen oder ökologischen Belangen. Die meisten Impact-Investoren – so auch die Deutsche Nachhaltigkeit – sind mittel- bis langfristig in Impact-Unternehmen investiert. Eine solche Langfristigkeit führt in der Regel auch zu einer stärkeren Wertentwicklung. Zudem ist es wichtig, Investments mit einem starken Innovationsfokus auszuwählen. Innovative Impact-Unternehmen sorgen nicht nur für eine verbesserte Umwelt und Gesellschaft, sondern sind oft auf lange Sicht gesehen wirtschaftlich profitabel. Damit hat man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Die Wirtschaft: Aus welchen Zielgruppen kommen die Investoren in Impact Investments? Ist die Anlage nur für finanzkräftige oder institutionelle Anleger geeignet?
Martin Müller: Lange Zeit war das Thema tatsächlich vor allem finanzstarken Individuen und institutionellen Anlegern vorbehalten. Mittlerweile kann jedoch jeder im Bereich Impact Investment tätig werden. Natürlich gibt es viele institutionelle Investoren oder Family Offices, die hohe Summen in Impact Investments investieren. Aber auch Privatanleger können sich an Impact-Unternehmen beteiligen. Dies geht sowohl über entsprechende ETFs und Impact-Fonds als auch über Aktien und Anleihen, wie die der Deutschen Nachhaltigkeit. Hier startet die Anlagesumme schon bei 1.000 Euro. Der Zinssatz dieser Anleihe beträgt 10 Prozent pro Jahr und wird vierteljährlich ausgezahlt.
Die Wirtschaft: Müssen sich unsere Leserinnen und Leser bei Interesse direkt bei der Deutschen Nachhaltigkeit AG informieren oder gibt es einen regionalen Ansprechpartner?
Matin Müller: Als Impact-Investment-Botschafter kann ich hier alle relevanten Informationen beschaffen und weitergeben. Am 28. Mai 2026 findet auch das nächste Vortragsevent zu diesem Thema in Köln statt. Senden Sie einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Impact Investment“ an info@mister-matching.de und ich werde kurzfristig Informationen senden und/oder die Anfrage mit den richtigen Ansprechpartnern matchen.
Bildquelle Julia HollandMartin Müller
Martin Müller, bekannt als „Mister Matching“, ist Unternehmer, Netzwerker und Speaker mit über 30 Jahren Erfahrung im Vertrieb und Beziehungsmanagement. Sein Fokus liegt darauf, Menschen und Unternehmen strategisch miteinander zu verbinden. Mit seinem Ansatz „Online finden – offline binden“ zeigt er, wie aus digitalen Kontakten echte Geschäftsbeziehungen entstehen. Als Initiator der Mister-Matching-Community inspiriert er Unternehmer, Netzwerke gezielt für nachhaltigen Erfolg zu nutzen.
