Konjunktur stagniert

Wirtschaftliche Lage im Bezirk der IHK Köln unverändert schwierig

by Redaktion
Die wirtschaftliche Lage in Köln und der Region bleibt schwierigBildquelle Alex Weis

Bezüglich der anhaltend schwachen Konjunktur sahen die Unternehmen nach der Bundestagswahl 2025 einen kleinen Hoffnungsschimmer aufkommen. Allerdings war dieser jedoch relativ bald verflogen, denn die versprochenen Reformen und Maßnahmen blieben aus. Und auch der aktuelle Konjunkturbericht bestätigt, dass die wirtschaftliche Lage im Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Köln zum Beginn des Jahres 2026 unverändert schwierig bleibt.

Dass die vielfach versprochenen Reformen und Maßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland stärken sollen, nach wie vor nicht in Sicht sind, registrieren die Unternehmen mit zunehmender Verärgerung. Und dementsprechend haben sich die Erwartungen der Unternehmen eingetrübt. Mittlerweile glauben nur noch zwölf Prozent der Unternehmen an eine spürbare Verbesserung ihrer Lage innerhalb der nächsten zwölf Monate.

IHK-Konjunkturklimaindikator stagniert

Der IHK-Konjunkturklimaindikator stagniert seit mehreren Monaten auf einem niedrigen Niveau von derzeit 89,3 Punkten. Mit einem wirtschaftlichen Wachstum ist erst zu rechnen, wenn er 100 Punkte überschreitet. „Die Wirtschaft kommt nicht vom Fleck“, sagt Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, dazu. „Die Wirtschaft steckt in der Krise fest. Die Unternehmen warten vergeblich auf Entlastungen, Planungssicherheit und klare Reformen. Die Arbeitskosten sind zum zweitgrößten Risiko vorgerückt. Aufträge aus dem In- und Ausland bleiben aus, die Auslastung sinkt und Investitionen werden verschoben oder in wirtschaftlich attraktivere Länder verlagert. Die De-Industrialisierung schreitet weiter voran. Das wirkt sich zunehmend auch auf den Arbeitsmarkt aus. Gerade in der Industrie werden Jobs abgebaut. Es ist jetzt wirklich höchste Zeit zu handeln.“

Dass es Zeit zum Handeln ist, zeigt auch die Tatsache, dass die Geschäftslage im Bezirk der IHK Köln bereits zum fünften Mal in Folge im negativen Bereich liegt. Nicht mal ein Viertel der Unternehmen bewertet seine Situation als gut, drei von zehn Betrieben sogar als schlecht. Von einer Verbesserung gehen lediglich zwölf Prozent der Unternehmen aus, mehr als jeder vierte Betrieb befürchtet, dass sich die wirtschaftliche Situation noch weiter verschlechtert.

In der Industrie ist die Lage nach wie vor besonders kritisch, hier bewerten 41 Prozent der Industriebetriebe ihre Geschäftslage als schlecht, lediglich 14 Prozent als gut. Die Kapazitätsauslastung liegt derzeit bei 70,4 Prozent und ist damit erneut gesunken. Sie liegt nur knapp über dem Wert des dritten Quartals 2020 von 70 Prozent, aber deutlich unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, der bei rund 78 Prozent lag. Und mehr als jedes zehnte Unternehmen klagt sogar über eine Auslastung von unter 50 Prozent. Dazu kommt, dass die Auftragseingänge schwach bleiben und über die Hälfte der Betriebe sogar über rückläufige Bestellungen berichtet. Entsprechend pessimistisch sind daher auch die Erwartungen an den Export.

Investitionsbereitschaft bleibt niedrig

Die schlechte Geschäftslage wirkt sich auch auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen im Bezirk der IHK Köln aus. Über ein Drittel der Betriebe plant niedrigere Investitionen, lediglich jedes vierte Unternehmen weitet sie aus. Die schwache Konjunktur macht sich auch zunehmend auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Der Beschäftigungsindikator liegt bei -14 Punkten und der Arbeitsmarkt bleibt damit unter Druck. Über ein Viertel der Betriebe wollen Stellen abbauen und lediglich 13 Prozent planen, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.
Als größte Risiken bewerten die Unternehmen die schwache Inlandsnachfrage (62 Prozent), die hohen Arbeitskosten (57 Prozent) und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (51 Prozent). Aber auch Energie- und Rohstoffpreise und geopolitische Unsicherheiten werden als Risiken genannt. Lediglich der Dienstleistungssektor trotzt der schwachen Lage im Bezirk der IHK Köln. Viele Unternehmen sind weniger von den aktuellen internationalen Handelsrisiken und rückläufigen Exporten betroffen und der Dienstleistungssektor expandiert trotz globaler Unsicherheiten weiter.


(Monika Eiden)

Weitere spannende Beiträge