Recruiting: Online finden – offline binden

Wie nicht nur der Mittelstand dem Fachkräftemangel vorbeugen kann

by Diana Pohl
Handy mit LinkedIn Logo

In vielen Beratungen ist zu hören, dass einige Stellen in den Unternehmen unbesetzt bleiben und es den Verantwortlichen nicht gelingt, passende Kandidaten am Markt zu finden. Das Online-Portal LinkedIn kann beim Recruiting zum echten Gamechanger werden: Weltweit gibt es ca. 1,2 Milliarden Profile, 25 Millionen im DACH-Raum – mehr als 250.000 allein in Köln.

Auch im Recruiting gilt die ungeschriebene Regel, dass sich Besucher nur maximal drei Sekunden Zeit nehmen, um auf einem Profil zu erkennen, ob sie dort richtig sind, wenn es darum geht, weitere Informationen über die berufliche Zukunft zu erhalten. Daher muss das Profil des Recruiters erstklassig gestaltet sein. Danach erfolgt der Check, ob das Unternehmensprofil im Sinne eines Employer-Brandings attraktiv für neue und auch für bestehende Mitarbeitende ist.

Mitarbeitende sollten alle mit dem Unternehmensprofil verknüpft sein, denn sie sind unbewusst Markenbotschafter des Arbeitgebers. Deren Profile, Beiträge zum Unternehmen sowie aussagekräftige Jobbeschreibungen lösen im Optimalfall Begeisterung für den Arbeitgeber aus und überzeugen Bewerber.

Auf LinkedIn findet man auch die latent Suchenden. Also die, die mit ihrem aktuellen Job zufrieden sind und sich nicht proaktiv bewerben. Diese Zielgruppe ist mit den herkömmlichen Jobportalen nicht zu erreichen, denn diese werden wegen des fehlenden Wechselwillens gar nicht beachtet.
Die Extra-Meile des Recruiters beinhaltet nun, schon vorab die Kandidaten als Kontakt hinzuzufügen. Danach gilt dann das gleiche Prinzip wie bei der Kundengewinnung – über ein persönliches Treffen bei einem Eventbesuch wird der Kontakt aufgebaut und in dem Moment, wenn die Person sich beruflich verändern möchte, sind der Kontakt und vor allem die persönliche Beziehung schon da und bereichert jeden Talentpool!
Dazu gibt es bei LinkedIn professionelle Möglichkeiten zur Umsetzung, zum Beispiel das Tool LinkedIn Recruiter Lite:

  • Einzelpersonen, kleine HR-Teams oder Start-ups, die nur wenige Positionen im Jahr besetzen möchten, finden mit Recruiter Lite eine gute Basislösung. Es umfasst etwa 30 InMail-Nachrichten pro Monat, Zugriff auf erweiterte Suchfilter und erlaubt das Speichern von Suchaufträgen sowie tägliche Kandidatenempfehlungen.
  • Recruiter Lite bietet grundlegende Reporting-Funktionen zur InMail- und Stellenperformance sowie einfache Pipeline-Verwaltung – ideal für überschaubares Recruiting.

Sobald jedoch der Bedarf an Teamarbeit, größerem Outreach, automatisierten Prozessen oder tiefgehender Analyse wächst, empfiehlt sich der Schritt zu LinkedIn Recruiter.

Interessant ist aktuell auch, dass LinkedIn gezielt KI-Funktionen weiter ausbaut – etwa mit einem „Hiring Assistant“, der Recruitern hilft, Kandidatensuchen zu automatisieren, Stellenausschreibungen zu generieren und automatisch personalisierte Nachrichten zu verfassen. Laut LinkedIn führt dies zu deutlich höheren Antwortraten und erheblich schnellerem Sourcing.

Die Tools von LinkedIn sind eine große Unterstützung im Recruiting, doch sie erfordern eine vorab festgelegte Strategie, um die richtigen Ergebnisse zu erzielen. Hier zählen Fachwissen und Erfahrung, die von vielen Unternehmen extern eingekauft werden, um die ROI des eingesetzten Kapitals zu optimieren.

Wenn man dem Expertenrat folgt, sind erste Ergebnisse schon kurzfristig realisierbar. Dazu gehört auch, offen für Neues zu sein, einfach mal ein Video ohne den Anspruch auf Professionalität zu posten und damit auch die Persönlichkeit in den sonst so starren Recruitment-Prozess mit einfließen zu lassen.

(Martin Müller)

Martin Müller

MISTER MATCHING®: LinkedIn-Experte für Networking, Vertrieb und Recruiting.
Kontakt: E-Mail: info@mister-matching.de
und Homepage www.mister-matching.de

 

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