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Verkehr in Köln: Ein einziges Chaos – Wie sieht eine Lösung aus?

Fertigstellung der Leverkusener Autobahnbrücke in 2023 ein ambitioniertes Vorhaben

Blick ins Jahr 2023: Visualisierung der neuen Leverkusener Autobahnbrücke - copyright: Straßen.NRW
Blick ins Jahr 2023: Visualisierung der neuen Leverkusener Autobahnbrücke
copyright: Straßen.NRW

Bis Anfang 2017 kann gegen den positiven Bescheid der Bezirksregierung Köln noch Einspruch eingelegt werden. Und zwar sofort beim Bundesverwaltungsgericht, ohne den langen Weg durch die Vorinstanzen. Den weiteren Zeitplan hält ADAC-Mann Suthold für “ambitioniert”.

Auch für Ulrich Fesser von der Handwerkskammer Köln hat der Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke absolute Priorität. “Ein Neu- und Ausbau muss dringend realisiert werden. Da darf es keine Verzögerungen geben”, so Fesser, der dabei aber auch das große Ganze im Blick hat. “Natürlich müssen der komplette Autobahnring und die Anbindungen an das weiträumige Autobahnnetz, die Autobahnkreuze und Dreiecke, an die Verkehrslast angepasst werden. All diese Baustellen müssen aufeinander und auf die Baustellen im innerstädtischen Verkehrsnetz der drei Großstädte Köln, Bonn und Leverkusen abgestimmt werden, damit es nicht zu noch längeren Staus in der Region kommt”, unterstreicht der Hauptabteilungsleiter Kommunalpolitik der HKK.

Der Blick in die Zukunft lässt alle gebannt auf das Jahr 2023 starren, in der Hoffnung, der Neubau kann dann dem Verkehr übergeben werden. Um allerdings zu erklären, warum an manchen Tagen in Köln und der Region gar nichts mehr geht, muss man auf der Zeitschiene in die Vergangenheit reisen – und zwar Jahrzehnte. Seitens der Landesregierung NRW ist die Ertüchtigung der Infrastruktur, insbesondere der Straßeninfrastruktur, vernachlässigt worden. Straßen und Ingenieurbauwerke wie Brücken und Tunnel haben unter dem auch durch die Wende bedingten vermehrten Verkehrsaufkommen gelitten.

NRW hat über Jahrzehnte nur wenige Maßnahmen für den Bundesverkehrswegeplan gemeldet, weil die Regionen keine einheitliche Sprachregelung fanden. Dadurch sind die Bundesmittel in starkem Maße in den Süden der Republik geflossen. Erst in den letzten Jahren hat sich da etwas geändert. “NRW-Verkehrsminister Groschek hat die Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur in den Fokus seiner Arbeit gestellt. Dadurch kommt es jetzt natürlich zu einer Häufung von Baustellen”, erklärt UIrich Fesser die paradoxe Situation.

160.000 Fahrzeuge fahren täglich über die A 3 rechts an Köln vorbei, weitere 100.000 über die A 1 und A 4 links um die Stadt herum. Wird das Gesamtkunstwerk Kölner Autobahnring jemals fertig? “Rechts an Köln vorbei wird zumindest zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und dem Autobahndreieck Heumar ab Mitte 2017 für einige Jahre Ruhe sein”, ist Timo Stoppacher überzeugt. “Der Abschnitt steht dann achtstreifig mit vier Spuren pro Fahrtrichtung zur Verfügung”, hofft der Kommunikationsbeauftragte beim Landesbetrieb Straßen.NRW auf freie Fahrt. Wobei es zu Stoßzeiten weiterhin zähflüssig sein kann.

Navis leiten vom Autobahnstau in den Innenstadt-Stau

Navis leiten vom Autobahnstau in den Innenstadt-Stau - copyright: pixabay.com
Navis leiten vom Autobahnstau in den Innenstadt-Stau
copyright: pixabay.com
Doch wie kann es sein, dass die Domstadt an manchen Tagen vollkommen dicht ist? Eine Erklärung liefert Roman Suthold und verweist mal nicht auf den Segen, sondern den Fluch Technik. “Moderne Navigationssysteme leiten bei Stau auf der Autobahn den Fahrer auf Ausweichrouten, teils quer durch die City. Damit verstopfen auch diese Adern, nichts geht mehr.”

Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Köln und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik, sieht das stark gestiegene Verkehrsaufkommen und dessen Höhepunkt noch nicht erreicht. “Durch einen jahrelangen Investitionsstau ist die Infrastruktur an vielen Stellen marode – die notwendigen Reparaturen verursachen natürlich Verkehrsbehinderungen. Hier helfen nur in allen Bereichen intelligente und flexible Lösungen, ob beim Lieferverkehr in der Stadt, durch den Ausbau des ÖPNV, Elektromobilität, großflächige Verkehrsregelung und vieles mehr. Auch die Verkehrsträger Schiene und Wasser müssen ertüchtigt werden, um größere Kapazitäten bewältigen zu können”, ist Soénius überzeugt.

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