Wohnkosten steigen, Preise für Neubauten stagnieren

Weiterhin angespannte Lage auf dem Kölner Wohnungsmarkt

by Redaktion
Wohnkosten steigen, Preise für Neubauten stagnierenBildquelle Foto von Nikolai Kolosov auf Unsplash

Während des Jahresauftaktes hat der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen (köln ag), Rouven Meister, die angespannte Lage am Kölner Wohnungsmarkt hervorgehoben. Zugleich betonte er die Rolle der sozial orientierten Wohnungswirtschaft. Die 57 Unternehmen der köln ag zählen 190.000 Wohnungen in Köln und Umgebung zu ihrem Bestand. Damit ist jede vierte Mietwohnung eine Wohnung eines Mitgliedes der Arbeitsgemeinschaft. Beim Jahresauftakt der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen Mitte Januar wies Rouven Meister darauf hin, dass steigende Wohnkosten, stagnierender Neubau und hohe Baukosten nach wie vor große Herausforderungen darstellen. 2025 lag die durchschnittliche Nettokaltmiete bei den Unternehmen der köln ag bei 7,89 Euro pro Quadratmeter.

Die Miete bei Neuverträgen, sowohl bei Neubauten als auch bei Bestandsimmobilien, lag deutlich unter der des freien Marktes, nämlich bei 10,52 Euro pro Quadratmeter.
Nach eigenen Angaben investierten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft im Jahr 2025 rund 785 Millionen Euro in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung. „Die Mieten sind im Durchschnitt nur um drei Prozent – in Zahlen ausgedrückt um 23 Cent pro Quadratmeter – gestiegen. Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht, aber wir müssen sehen, dass auf Dauer bei solchen Mietpreisen Bestandssanierung schwierig wird“, erklärt Meister.

„Zweite Miete“ steigt weiter

Besonders die wachsende Belastung der sogenannten zweiten Miete sieht die köln ag kritisch. Laut Meister führten die Erhöhung der Grundsteuer, gestiegene Gebühren für Müll sowie für Abwasser- und Straßenreinigung zu Mehrkosten. Diese betrugen bei einer Wohnung mit durchschnittlich 67 Quadratmetern rund 62 Euro pro Jahr. „Nur wenn Energie- und Betriebskosten bezahlbar bleiben, ist Wohnen sozialverträglich“, so die Überzeugung von Meister.

Auch die aktuellen Zahlen der Stadt Köln würden die Zuspitzung der Marktlage unterstreichen. Laut Stadt fließen im Durchschnitt bereits 32,5 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens in die Bruttokaltmiete. Bei Haushalten mit einem Einkommen unter 2.000 Euro sind es sogar schon 47 Prozent. Im Jahr 2024 kamen gleichzeitig nur 1.547 Neubauwohnungen dazu, so wenige wie seit 1990 nicht mehr. Nach Angaben von Meiser realisierten die Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen im Jahr 2025 706 Neubauwohnungen. „Die sozialorientierte Wohnungswirtschaft ist damit ein entscheidender Faktor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Köln“, betonte Meister.

Laut Rouven Meister bleibe der Neubau von Mehrfamilienhäusern, zentrales Thema für bezahlbares Wohnen, deutlich hinter dem Bedarf zurück. „80 Prozent der Kölner leben nach städtischen Angaben in Mehrfamilienhäusern. Zwar wurde die NRW-Wohnraumförderung bis 2027 auf 12 Milliarden Euro aufgestockt, doch hohe Baukosten, zusätzliche technische Standards und die Vergabe städtischer Grundstücke im Erbbaurecht erschweren weiterhin wirtschaftliche Projekte“, so Meister. Zudem werde, bedingt durch die steigende Zahl von Studenten und älteren Menschen, jede zweite Wohnung von nur einer Person bewohnt.

Bauturbo verschafft Aufmerksamkeit

Als positiv bewertete Meister, dass mit dem „Bauturbo“ das Thema Wohnungsbau wieder mehr Aufmerksamkeit bekomme. Auf der Tagesordnung der köln ag stände neben der Teilnahme an der städtischen Initiative „Köln baut bezahlbar | Wohnen für alle“ und der Mitwirkung im neu zusammengesetzten Wohnungsbauforum auch die weitere Zusammenarbeit mit Haus und Grund, BFW NRW und der Wohnungsbau Initiative Köln in der „Allianz für mehr bezahlbaren Wohnraum“.
Abseits der aktuellen Fragen betonte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kölner Wohnungsunternehmen die Bedeutung der Branche als Arbeitgeber. So bilden die Mitgliedsunternehmen der köln ag derzeit 100 Auszubildende aus.

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