Die Vision der Zukunftsquartiere in Köln für „Köln 2030+“ und der damit verbundenen zeitlichen Ausrichtung zum Jahr 2030 und danach beinhaltet die neu zu entstehenden Kölner Quartiere „Liebigquartier“ nordöstlich von Ehrenfeld, das „Otto-Langen Quartier“ rechtsrheinisch zwischen Deutz und Mülheim sowie „Hallen Kalk“ im Süden von Kalk, ebenfalls rechtsrheinisch.
Gefördert werden dieses Projekt und dieser Prozess durch den Fonds Soziokultur, Profil Soziokultur, Neu.Start.Kultur und den Bund durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. In der wachsenden Rheinmetropole soll Stadtentwicklung strategisch mithilfe von zivilgesellschaftlichen Projektinitiativen in Kooperation mit der Stadt Köln gedacht und umgesetzt werden.
Kölner Perspektiven 2030+
An den drei genannten Standorten möchten zivilgesellschaftliche Projektinitiativen im Quartiersmaßstab zusammen mit der Stadt an der Zukunft wirken. Basis ist die Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“. Die Leitziele dessen sind, Kölns Quartiere zu Zentren des gemeinschaftlichen Lebens zu entwickeln, dabei bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen und auf breite Einbeziehung der BürgerInnen in der Stadtentwicklung zu setzen. Stichworte sind auch urbanes, produktives, offenes und vernetztes Köln (Stadt Köln). Die Stadtgesellschaft wird schon seit Jahren eingebunden, z. B. 2019 und 2020 fanden Zukunftsforen dazu statt. Die drei Modellquartiere sind im Blick der genannten Initiativen:
Liebigquartier
Das „Liebigquartier“, oder als Alternativname „Wandelwerk“, soll ein wirtschaftliches Versorgungszentrum für die klimaneutrale Stadt der Zukunft werden, welche urbane Produktion, nachhaltige Versorgung und gemeinwohlorientierte Innovationsförderung leben soll. Entsprechende Unternehmen und Initiativen wären entsprechend anzusiedeln.
Otto-Langen-Quartier
An der Deutz-Mülheimer Straße ist ein großer Hallenkomplex, der unter Beibehaltung der historischen Bausubstanz der ehemaligen Fabrikhallen anders genutzt werden soll. Die Idee: ein gemischtes Quartier mit sozialem Wohnen, Kunst und Kultur, neuen Wohnformen, kleinteiligem Gewerbe sowie Gemeinschafts- und Bildungsinfrastrukturen.
Osthof HallenKalk
Die KDH-Hallen nördlich der Dillenburger Straße in Kalk-Süd sollen genutzt werden für die Verantwortungsgemeinschaft Osthof aus KulturhofKalk, das Inklusive Kunsthaus Kalk, ein Kreationszentrum Zeitgenössischer Zirkus, eine Quartiershalle, einen Handwerkerhof und die assoziierten Partner des Migrationsmuseums DOMiD sowie die AbenteuerHallenKalk.
Der Anspruch an die Kölner Quartiere
Die Projektinitiativen setzen auf eine weitgehende Gemeinwohlorientierung, Klimaneutralität, Kooperationen in neuen Formen stadtgesellschaftlicher Verantwortung und in neuen Formen der Kooperation von Stadt, also Politik und Verwaltung, sowie zivilgesellschaftlichen und weiteren Akteuren. „Die Rolle und Verantwortung einer nachhaltigen Stadtentwicklung wurde spätestens mit der Verabschiedung der ,Neuen Leipzig Charta‘ mit dem Titel ,Die transformative Kraft der Städte für das Gemeinwohl‘ offiziell auf Bundes- und europäischer Ebene anerkannt“, so steht es im Positionspapier zum Plan „Zukunftsquartiere 2030+“. Weiter heißt es, die daraus resultierenden Handlungsansätze für gutes urbanes Governance seien in Köln teilweise verwirklicht, während teilweise eine rein städtische oder investorgetriebene Stadtentwicklung erhalten geblieben sei. Die Projektinitiativen setzen sich ein für ihre Einbindung, da sie ein hohes transformatives Potenzial in ihren lokalen, innovativen Kräften für die Quartiersentwicklung sehen. Vom Projekt zum Quartier sei der Weg, den die Leipziger Charta fordere.
Vorteile einer zivilgesellschaftlichen Einbindung in die Quartiersentwicklung sind ein gutes Gefühl dank der Partizipation, Zufriedenheit mit der Zukunftsentwicklung, der Anspruch, nächsten Generationen gerecht zu werden, sowie Akzeptanz und Stolz auch bis in die nächsten Generationen. So arbeitet die Stadt Köln schon seit Langem mit der Zivilgesellschaft zusammen.
Karoline Sielski
