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Coaching-Ausbildung: Ablauf, Chancen, Kosten und Weiterbildung

Coaching-Ausbildung: Ablauf, Chancen und Weiterbildung copyright: Envato / Pressmaster
Coaching-Ausbildung: Ablauf, Chancen und Weiterbildung
copyright: Envato / Pressmaster

Viele Menschen bevorzugen eine ortsunabhängige Tätigkeit, die ihnen die Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen ermöglicht. Dabei geht es ihnen vorrangig um die menschliche Weiterentwicklung, um die kontinuierliche Optimierung von Arbeitsprozessen sowie um eine Verbesserung des Klimas zwischen Kollegen und Vorgesetzten. Ein professioneller Coach geht genau dieser Tätigkeit nach und gestaltet daher seinen Alltag ganz im Sinne der Persönlichkeitsentwicklung seines Klienten. Das seriöse Coaching ist mittlerweile so gefragt, dass sich aus dem einstigen Sammelbegriff zahlreiche bedeutsame Spezialisierungen herausgebildet haben.

Aufgrund vielfältiger Weiterbildungsmöglichkeiten, interessanter innovativer Optionen und lukrativer Einnahmen streben immer mehr junge Menschen, aber auch ältere Personen mit Lebens- und Managementerfahrung einen Beruf in diesem Bereich an. Allerdings herrscht häufig Unklarheit darüber, wie eine gute und nachhaltige Ausbildung in diesem Bereich aussehen sollte.

Welche Voraussetzungen sollte ein Interessent mitbringen? Wer ist überhaupt für diesen Beruf geeignet? Wie gestaltet sich der Ablauf und über welchen Zeitraum zieht sich diese? Wie sehen anschließend die Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus? Welche Kosten fallen für die Coaching-Ausbildung an?

Die Voraussetzungen

Wer in diesem Beruf durchstarten möchte, sollte sich darüber klar werden, ob er die Voraussetzungen für diesen sich ständig wandelnden Berufszweig mitbringt. Anschließend sollte man sich überlegen, in welche Fachrichtung man tendiert und erst dann mit der Ausbildung beginnen. Neben den persönlichen sollte auch fachliche Voraussetzungen vorhanden sein, die man sich auch im Zweifel vorab im Rahmen von Kursen und weiteren Angeboten aneignen kann.

Jeder darf als Coach arbeiten

Die fachlichen Vorgaben sind nicht rechtlich festgeschrieben, da für diese Tätigkeit prinzipiell keine staatlich anerkannte Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium erforderlich ist. Das heißt, theoretisch kann jeder als Coach arbeiten. Allerdings bringen nur wenige die persönliche Eignung und Erfahrung mit. Daher bietet es sich an, sachlich fundierte Kurse seriöser Anbieter zu absolvieren. So kann man feststellen, ob man überhaupt über die nötige Eignung verfügt.

Persönliche Voraussetzungen

  • Selbstbewusstsein
  • Lebenserfahrung
  • Empathisches Auftreten
  • Seriosität
  • Offenheit gegenüber anderen Menschen
  • Diskreter Umgang mit Klienten und deren Geschichten
  • Ständiger Wille zur Erweiterung der Kenntnisse

Bei den fachlichen Voraussetzungen gibt es hingegen nur Richtwerte, die aber sinnvoller Weise strikt eingehalten werden sollten, um einen größeren Erfolg zu erzielen. Dazu zählt zuerst die Absolvierung einer staatlich anerkannten Ausbildung. Zudem benötigt man die aus einer möglichst langjährigen Tätigkeit hervorgegangene Erfahrung im Umgang mit schwierigen Situationen. Außerdem ist Erfahrung im Bereich der Entwicklung und Anwendung adäquater Lösungsstrategien äußerst hilfreich.

Voraussetzungen für die Anmeldung

Die Voraussetzungen für die Anmeldung als Vollzeit-Betreuer sind, gemessen an den Lerninhalten und dem notwendigen Können recht gering. Ursache ist, dass der Beruf nicht gesetzlich geregelt ist. Das bedeutet, dass jeder, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, dieser Tätigkeit nachgehen kann. Dennoch gibt es bei der Anmeldung etwas zu beachten.

Der Coach fällt nicht in den Status der Freiberufler. Er zählt per Definition zu den Selbstständigen und muss sich daher beim Gewerbeamt anmelden. Sonderregelungen gibt es, wenn die Tätigkeit im Ausland ausgeübt werden soll.

Die Coaching-Ausbildung: Kosten und Ablauf

Die Kosten hängen vom gewählten Institut, der Art der Schulung sowie der gewählten Fachrichtung ab und variieren stark. Eine verlässliche Aussage ist dazu daher nicht möglich und muss individuell erfragt werden. Der Ablauf richtet sich nach der gewählten Fachrichtung.

  • Der psychologische Berater oder auch Personal Berater muss mit einer Dauer von ca. 18 Monaten rechnen. Innerhalb dieser Zeit erhält er – je nach gewähltem Institut – die notwendigen fachtheoretischen Inhalte und zudem innerhalb von Lerngemeinschaften, sogenannten Peer Groups, Praxiserfahrung.
  • Beim Business Coach verhält es sich ähnlich. Aber anders als der psychologische Berater sollte dieser vor Beginn der Ausbildung idealerweise bereits Erfahrungen im gewählten Feld gesammelt haben, um von Unternehmen anerkannt zu werden. Auch diese Schulung dauert üblicherweise 18 bis zu 24 Monaten.
  • Systemisches Coaching versteht sich als Erstausbildung oder als Weiterführung der bereits vorhandenen Fähigkeiten und kann in der Dauer variieren. Reine Praxislehrgänge nehmen nicht so viel Zeit in Anspruch wie ausschließlich theoretische Lerninhalte und sind dabei häufig effektiver für den Erfolg.

Die Aussichten und Arbeitsmarktsituation

Es gibt immer mehr Felder in diesem Bereich, die sich an den aktuellen Entwicklungen orientieren. Durch die stetige Erweiterung der Vielfalt in diesem Tätigkeitsfeld stehen die Aussichten generell gut. Doch die Konkurrenz ist groß. So kommt es vor allem auf einzigartige Angebote und ein individuelles und neuartiges Konzept an, um sich auf dem Markt zu behaupten.

Ein durchdachtes Marketing- und Kommunikationskonzept, unter Einbindung sozialer Medien wie Facebook, YouTube sowie eine eigene Webpräsenz kann ebenfalls dabei helfen, das Geschäft zur Haupteinnahmequelle zu machen.

Zu Beginn ist jedoch mit geringen Umsätzen zu rechnen. Selbstständige müssen sich erst einen Namen machen und ihre Fähigkeiten immer wieder unter Beweis stellen. Doch haben sie diese erste Hürde genommen und Kontinuität bewiesen, steht ihnen der gesamte Arbeitsmarkt offen.

Aber auch als Angestellte haben fähige Coaches große Chancen den Beruf erfolgreich auszuüben. Hierbei setzen kooperierende Unternehmen diverse Anforderungen fest. Dazu zählen u.a. ausgereiftes Fachwissen und eine aussagekräftige Laufbahn. Wichtig sind zudem ein hoher Sympathiefaktor, ein gutes Auftreten sowie absolute Sicherheit im Tun und Handel.

Interessante Weiterbildungs-Möglichkeiten als Coach

Um immer auf den aktuellen Stand zu sein und die persönlichen Kenntnisse noch weiter zu vertiefen, bieten sich Weiterbildungs- und Fachkurse an. So kann man sich bspw. auf einen bestimmten Bereich fokussieren und Experte auf dem gewählten Gebiet werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig und in den verschiedensten Fachrichtungen gegeben, z.B.:

  • Heilpraktiker für Psychotherapie
  • NLP-Practitioner und NLP-Trainer
  • Online-Trainings
  • Teamberatung
  • Wirtschaftsmediator
  • spezielle Mitarbeiter-Trainings

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