Das Netzwerk-Paradox

Warum Frauen sich anders vernetzen müssen, um Führung zu verändern

by Redaktion
Marie-Kristin Illigen, CEO Female Leaders Network (Mitte), mit Diana Scholz, Global Corporate Affairs Bayer (l.), und Johanna Heyden, Head of Future Business (r.)Bildquelle ManorLux.de

Netzwerke entscheiden über Karrieren. Und doch nutzen sie nicht alle gleich. Während Männer seit Jahrzehnten selbstverständlich Netzwerke strategisch einsetzen und sich gegenseitig fördern, bleibt Netzwerken für viele Frauen ambivalent: hilfreich – aber oft nicht konsequent genutzt. Warum eigentlich?

Für Marie-Kristin Illigen liegt die Antwort in einer Erfahrung, die viele kennen – aber selten so klar benennen: „Wir sind hervorragend ausgebildet – aber wir nutzen Netzwerke noch nicht konsequent als strategischen Hebel.“ Nach über 15 Jahren in Strategieberatung und Führungsrollen wurde ihr eines besonders deutlich: Zu oft entsteht unter Frauen Vergleich – statt Verbindung. „Wenn wir uns als Konkurrenz sehen, verlieren wir alle. Wenn wir uns verbinden, gewinnen wir gemeinsam.“ Diese Überzeugung wurde 2022 zur Grundlage für das Female Leaders Network (FLN).

Ein Netzwerk, das bewusst anders funktioniert

Heute vereint das FLN über 1.200 weibliche Executives aus Wirtschaft, Mittelstand, Politik, Wissenschaft und Medizin. Doch das Entscheidende ist nicht die Größe – sondern die Kuratierung. Mitglied wird man nicht durch Anmeldung, sondern durch Auswahl. Austausch auf Augenhöhe entsteht nur dort, wo Menschen vergleichbare Verantwortung tragen und bereit sind, sich wirklich zu öffnen. „Vertrauen entsteht nicht zufällig. Es ist das Ergebnis bewusster Auswahl.“ So entsteht ein Raum für echten Austausch – jenseits von Fassade und Funktion.

Substanz statt Small Talk

Vier bis sechs exklusive Veranstaltungen pro Jahr bilden das Herzstück des Netzwerks. Bewusst kleiner gehalten, bewusst kuratiert. Knapp 900 Executive-Frauen wurden so bereits miteinander verbunden. Hier geht es nicht um Sichtbarkeit um ihrer selbst willen – sondern um Relevanz. Die Themen: Führung in Unsicherheit, Transformation, Macht und Verantwortung. Fragen, die nicht auf Panels enden, sondern in Gesprächen weitergeführt werden. „Leadership ist kein Titel. Es ist Haltung – und die entsteht im Austausch.“

Vom Netzwerk zum Ökosystem

Was das FLN besonders macht, ist seine Weiterentwicklung: vom Netzwerk zum Ökosystem. Es geht um gemeinsames Wachstum durch Austausch von Wissen, Positionierung auf Opportunitys und Empfehlungen. Als Ökosystem verbindet das FLN die Mitgliederinnen untereinander sowie mit Unternehmen für Jobs und Mandate – ein kuratiertes Executive Matchmaking, persönlich und effizient. Dieses Ökosystem lebt von starken Partnern, die die Vision aktiv mittragen. Mit DOUGLAS DACH und Design Offices als Platinpartnern entsteht ein gemeinsames Commitment für moderne, diverse Führung.
Mit den Executive Masterclasses setzt das FLN zusätzliche Impulse für inhaltliches Wachstum zu aktuellen Zukunftskompetenzen – von Aufsichtsratsmandaten bis hin zu wirkungsvollem Storytelling im Format „Talk like TED“. So entsteht eine Plattform, die nicht nur verbindet, sondern gezielt entwickelt und positioniert.

Warum das alle angeht

Die Diskussion über Diversität ist geführt. Die Erkenntnisse liegen vor. Was fehlt, ist Umsetzung. Das Female Leaders Network setzt genau hier an: nicht mit Programmen, sondern mit echten Verbindungen. Über 1.200 Mitglieder, Hunderte Verbindungen, starke Partnerschaften – der Erfolg ist messbar.
Seine Wirkung geht darüber hinaus. In Gesprächen, die sonst nicht stattfinden würden. In Entscheidungen, die anders getroffen werden. Und in einem neuen Verständnis von Führung. „Wir brauchen keine weiteren Netzwerke. Wir brauchen die richtigen.“
Denn Veränderung beginnt dort, wo wir aufhören, uns zu vergleichen – und anfangen, gemeinsam Zukunft zu gestalten.


Gastautorin: Marie-Kristin Illigen,
CEO Female Leaders Network

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