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Hafen Kalundborg in Dänemark wird großflächig erweitert

Hafen Kalundborg von oben copyright: Kalundborg Havn
Hafen Kalundborg von oben
copyright: Kalundborg Havn

Mit einer Größe von 330.000 Quadratmetern bekommt der Hafen Kalundborg in Dänemark bald ein neues Hafengelände, den “Neuen Westhafen”. Dort entsteht eine 500 Meter lange Kaianlage mit einer Wassertiefe von 15 Metern. Damit ist es der einzige Hafen auf Seeland, der künftig direkt an der T-Route zwischen Nord- und Ostsee einen Tiefwasserzugang bis zum Kai ermöglicht.

Die Bauarbeiten am “Neuen Westhafen” in im dänischen Kalundborg sind in vollem Gange. Bereits Anfang Februar 2019 soll das neue Hafenareal nutzbar sein. Zuletzt wurde die Kaimauer installiert und auch die Baggerarbeiten, die den Hafen auf 15 Meter Wassertiefe vertiefen, sind bald abgeschlossen. Das 330.000 Quadratmeter große Areal soll künftig in drei unterschiedliche Bereiche aufgeteilt werden: 50.000 Quadratmeter werden für das Containerterminal bereitgestellt – dies kann bei Bedarf später noch erweitert werden. Für Straßenanbindungen und Parkplätze sind 68.500 Quadratmeter geplant. Auf den restlichen 211.500 Quadratmetern haben Unternehmen die Möglichkeit, Flächen in kleineren und größeren Parzellen anzumieten. Dort sollen Produktions- und Lagerstätten entstehen.

Ausbau der Infrastruktur

Mit dem “Neuen Westhafen” wird auch ein neuer Straßenzugang vom Hafen mit direkter Verbindung zur Route 23 erbaut. Diese führt in Richtung Holbæk weiter zur Hauptstadt Kopenhagen, die man von Kalundborg in etwa einer Stunde erreicht. In südlicher Richtung entsteht darüber hinaus eine direkte Anbindung zur Route 22 nach Slagelse. Von dieser Route aus gelangt man auf die Autobahn E20 in Richtung Kolding und Esbjerg, die auch in Richtung Norddeutschland führt.

Schon jetzt größtes Industrie-Cluster außerhalb Kopenhagens

Schon vor dem “Neuen Westhafen” gilt Kalundborg als Seelands größtes Industriecluster außerhalb der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dort sind insbesondere pharmazeutische und chemische Unternehmen ansässig. Novo Nordisk betreibt in Kalundborg die weltweit größte Insulinproduktion. Auch BASF oder Novozymes stellen dort Produkte her. In diesem Bereich sind auch viele Fachkräfte tätig. Mit einem neuen Studiengang für Ingenieure der Chemie und Biotechnologie sollen weitere Fachkräfte nach Kalundborg kommen und bislang bestehende Studienangebote ausgebaut werden.

Großes Tankterminal im Hafen Kalundborg vorhanden

Im Bau: Riesiges Areal von 330.000 Quadratmetern mit Tiefwasser am Ostsee-Eingang copyright: Kalundborg Havn
Im Bau: Riesiges Areal von 330.000 Quadratmetern mit Tiefwasser am Ostsee-Eingang
copyright: Kalundborg Havn

Schon jetzt, vor dem “Neuen Westhafen“, verfügt der Hafen Kalundborg über ein großes Tankterminal. Unternehmen wie BASF, Avista Oil Dänemark oder Haldor Topsøe A/S haben diese Kapazitäten über Langzeitverträge angemietet. Die Unternehmen sparen sich so Investitionen in eigene Anlagen. Darüber hinaus bietet der Hafenbetreiber an, neue zusätzliche Tankanlagen zu bauen. Diese würden individuell auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten. Dafür sei sowohl im bestehenden als auch im neuen Hafen genug Platz vorhanden.

Wenig Bürokratie und kurze Bearbeitungszeiten locken Firmen

Mit dem “Neuen Westhafen” hoffen die Hafenbetreiber und die Kommune Kalundborg darauf, dass sich schon bald neue Unternehmen dort ansiedeln. Hafen und Kommune werben damit, dass Anträge für neue Produktionsstellen einfach und unkompliziert bearbeitet würden. So sei es beispielsweise BASF gelungen, innerhalb von einem halben Jahr ein neues Tanklager nach Vertragsunterzeichnung mit dem Hafen Kalundborg in Betrieb nehmen zu können.

Keine Störung für Anwohner erwartet

Während beispielsweise in Hamburg der Hafen mitten in der Stadt liegt und diese ihn umgibt, sieht das im dänischen Kalundborg anders aus. Denn der “Neue Westhafen” liegt etwas außerhalb der Kommune und der Wohngebiete. Stattdessen sind in direkter Nachbarschaft zum neuen Hafen Dänemarks größtes Kraftwerk und eine Raffinerie beheimatet. So könnten die Produktionsanlagen auch weiterhin Tag und Nacht genutzt werden, ohne dass dabei die Lebensqualität der in der Region lebenden Menschen beeinträchtigt würde.

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