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Nachhaltige Stadtentwicklung vorantreiben: SmartCity Cologne

Auf der sogenannten Klimastraße, einem Teilstück der Neusser Straße in Köln-Nippes, wurden im Rahmen des Projektes SmartCity Cologne die ersten Laternen mit intelligenten LED-Modulen ausgestattet. copyright: RheinEnergie AG
Auf der sogenannten Klimastraße, einem Teilstück der Neusser Straße in Köln-Nippes, wurden im Rahmen des Projektes SmartCity Cologne die ersten Laternen mit intelligenten LED-Modulen ausgestattet.
copyright: RheinEnergie AG

Ob große und mittelständische Unternehmen, Industrie, Medien, Wissenschaft und Forschung, Handel, Kleingewerbe, Institutionen, Bürgerinitiativen, Vereine oder Privatleute – bei SmartCity Cologne (kurz: SCC) kann jeder mitmachen. Seit Beginn der Initiative 2011 hat sich die Anzahl der Projekte und Beteiligungen vervielfacht. Aktuell laufen 44 Projekte mit rund 60 Partnern unter dem Dach von SmartCity Cologne. Initiiert wurde SCC im Jahr 2011 vom lokalen Energiedienstleister und -versorger RheinEnergie AG und von der Stadt Köln.

Bereits nach sieben Jahren positive Ergebnisse

Heute, sieben Jahre später, sind die Projektverantwortlichen mit dem Verlauf von SmartCity Cologne sehr zufrieden. Axel Lauterborn von der RheinEnergie: “Köln ist durch seine frühzeitige Umsetzung und Beteiligung an smarten Entwicklungen heute national und international gefragter Gesprächspartner und ,Leuchtturmstadt‘. Viele Projekte haben Zeichen gesetzt und Nachahmer gefunden. SmartCity Cologne ist an der aktuellen Entwicklung der Stadt in den Bereichen zukunftsfähiger Mobilität, Energie sowie der Umsetzung digitaler Inhalte beteiligt.”

Erlebbar für den Bürger wird SmartCity Cologne an ausgewählten Orten im Stadtgebiet, an denen exemplarisch Klimaprojekte durchgeführt werden. Auf der sogenannten Klimastraße, einem Teilstück der Neusser Straße in Köln-Nippes, wurden beispielsweise die ersten Laternen mit intelligenten LED-Modulen ausgestattet. Diese melden automatisiert Status, Betriebsstunden oder auch einen Defekt. An drei der Laternen sind zusätzlich Ladesäulen für Elektroautos installiert, die sogenannten Laternen-TankEn. Die drei Stationen liefern jeweils 11 kW.

“Das genügt, um auch große Batterien über Nacht vollständig zu laden”, weiß Axel Lauterborn. Das EU-Projekt Grow Smarter, das ebenfalls zu SmartCity Cologne gehört, finanzierte diese ersten Laternen-TankEn. “Ebenso haben wir auf der Klimastraße Parkplatzsensoren getestet”, erklärt Axel Lauterborn weiter. “Damit lassen sich freie Parkplätze anzeigen und dadurch der Parkplatzsuchverkehr und die dabei entstehenden Emissionen verringern.”

SmartCity Cologne: Über Stadtgrenzen hinweg denken

Elektrotankstelle und Bikesharingstation in der Stegerwaldsiedlung copyright: RheinEnergie AG
Elektrotankstelle und Bikesharingstation in der Stegerwaldsiedlung
copyright: RheinEnergie AG

GrowSmarter ist ebenfalls ein wesentlicher Baustein von SmartCity Cologne. Mit dem Projekt möchte die Stadt Köln den Stadtteil Mülheim als Blaupause für eine nachhaltige Stadtentwicklung etablieren. Gemeinsam mit Stockholm und Barcelona bekommt Köln Fördergelder aus dem Programm Horizon 2020 der Europäischen Union. Mit dem Zuschlag von insgesamt 25 Millionen Euro können die Städte ihre ambitionierten Projekte im Bereich der Mobilität, Energie sowie Informations- und Telekommunikationstechnologie (IKT) umsetzen. GrowSmarter startete 2015 mit einer Laufzeit von fünf Jahren.

Konkret heißt das: “Bis 2019 werden in der Stegerwaldsiedlung in Köln-Mülheim in einem integrierten Ansatz Wohngebäude im Bestand energetisch saniert, schadstoffarme, vernetzte Mobilitätslösungen realisiert und dadurch wird die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Quartier insgesamt verbessert”, erklärt Dr. Barbara Möhlendick, Klimaschutzbeauftragte der Stadt Köln. “Moderne Kommunikationstechnologien verknüpfen Konzepte und Daten aus den Bereichen Energie sowie Mobilität. Es wurde ein intelligentes Siedlungsmanagement eingeführt, um die Energieerzeugung, also Photovoltaik, Fernwärme und Wärmepumpen, und den Energieverbrauch mithilfe von Batteriespeichern optimal zu steuern.”

Smart-Home-Systeme und Smart-Meter erlauben eine bessere Kontrolle des Energieverbrauchs. Die Anwohner können in der Siedlung Elektrofahrzeuge, Elektroräder sowie konventionelle Fahrzeuge nutzen, die im Rahmen eines Sharing-Konzepts angeboten werden. “Aber auch der persönliche Austausch spielt eine Rolle”, sagt Dr. Barbara Möhlendick. So gebe es für die Bürger in GrowSmarter auch eine Sprechstunde. Erklärtes Ziel der Stadt Köln sei es, erfolgreiche Konzepte aus GrowSmarter auch auf andere Stadtteile zu übertragen und zudem in einem nächsten Schritt “auch über die Stadtgrenzen hinweg zu denken”, so die Kölner Klimaschutzbeauftragte.

Als Unternehmen die Stadt von morgen mitgestalten

Beim Projekt CELSIUS geht es um smarte Wärmegewinnung an Kölner Schulen copyright: RheinEnergie AG
Beim Projekt CELSIUS geht es um smarte Wärmegewinnung an Kölner Schulen
copyright: RheinEnergie AG

SmartCity Cologne ist ein Gemeinschaftsprojekt und so hängt der Erfolg vom Engagement verschiedener Partner ab. Neben der Bürgerschaft sind auch die Kölner Unternehmen gefragt, sich zu beteiligen. “Beispielhaft seien hier Ford oder cambio, aber auch die Unternehmen des Stadtwerkekonzerns genannt”, zählt Axel Lauterborn auf. “Innerhalb des EU-Projektes GrowSmarter haben wir etwa im Stadtgebiet gemeinsam mit cambio zahlreiche Stellplätze errichtet, auf denen Elektrofahrzeuge im Carsharing angeboten werden. Die hierfür erforderliche Ladeinfrastruktur hat die RheinEnergie AG zur Verfügung gestellt.

Der Projektpartner ampido mietet regelmäßig Parkplätze an, die er auf seiner Online-Plattform zur öffentlichen Nutzung anbietet. “So lassen sich der Parkplatzsuchverkehr und Schadstoffausstoß verringern”, sagt Axel Lauterborn. “Gerade im Bereich der Wissenschaft suchen wir derzeit noch nach weiteren innovativen Firmen, die Köln zukünftig smart mitgestalten wollen.” Zeit spielt bei SmartCity Cologne eine eher untergeordnete Rolle, denn die Initiative ist nicht begrenzt. “Es erfolgt keine limitierte Förderung wie bei einzelnen Projekten. So ist es möglich, auch langfristige Projekte aufzunehmen und zu implementieren”, so Axel Lauterborn.

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