Eine weiße Wand. Neuronale Linien werden sichtbar. Ein mobiler Wanddrucker skizziert Häuser, Gesichter, Ideen zu einer Stadt. Auf der Zukunft Personal Europe 2026 in Köln entsteht ein Begegnungsraum für Austausch über Neurodiversität, Führung und neue Formen der Zusammenarbeit. Hier wird erlebbar, wie unterschiedlich Menschen denken, lernen, kommunizieren und arbeiten. Genau das ist die Mission von Sabine Buch, Michael Heß und Andreas Ullrich. Mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen möchten sie einladen, Arbeit neu zu denken.
Eine Stadt im Aufbau – Von der Zeichnung zum Erlebnisraum
Willkommen in der NeuroDiver’sCity: ein gemeinschaftlich entwickelter Messeauftritt auf der Zukunft Personal. Dort entsteht ein Aktions- und Kommunikationsraum, der mehr ist als ein einfacher Messestand. Soloselbstständige, Coaches, Netzwerke, Unternehmen und Fachleute lassen hier Themen lebendig werden, die den aktuellen Arbeitsmarkt prägen: Neurodiversität, Gesundheit, Recruiting, Ausbildung, Führung und Potenzialentwicklung.
Der Arbeitstitel dahinter ist Programm: Work in Progress. Eine Stadt im Aufbau. Im Zentrum entsteht ein lebendiger Marktplatz, auf dem Unternehmen von heute auf die Arbeitswelt von morgen treffen. Was an der bedruckten Wand zweidimensional beginnt, setzt sich auf der gegenüberliegenden Fläche räumlich fort. Eine kleine Speaker Stage wird zum Forum für Micro Talks, Impulse und Gespräche. Eine Lemon Bar wird zum Treffpunkt für Mitmacher und Besucher. Flexible Möbel werden zu spontanen Sitzgelegenheiten. Ein Fahrsimulator bringt Mobilität und Berufseinstieg auf die Straße dieser Stadt im Kleinen. So wird aus einer gezeichneten Skyline ein begehbarer Ort für eine sich neu formierende Arbeitswelt.
Doch eine Stadt bleibt Kulisse, solange niemand sie betritt. Lebendig wird sie durch Menschen, die mitmachen. In der NeuroDiver’sCity gibt es deshalb keine Aussteller, sondern Mitmacher. Menschen, die mehr mitbringen als Logos und Broschüren. Sie stellen Fragen, mit denen sie den Raum beleben. Fragen zu kognitiver Vielfalt, Talentmanagement und Leadership. Jeder Mitmacher steht für einen anderen Zugang zu derselben Entwicklung: Arbeit wird neu sortiert, Potenziale werden anders gesucht. Menschen wollen nicht mehr nur funktionieren. Sie wollen sichtbar werden durch das, was sie wirklich können.
Potenziale neurodivergenter Menschen erkennen
Dazu gehört auch ein anderer Unternehmensblick auf neurodivergente Menschen. Lange wurden solche Unterschiede vor allem dort bemerkt, wo sie nicht in bestehende Abläufe passten. Dann galten sie schnell als Störung, als Bremse, etwas, das angepasst werden musste. Wer nur fragt, warum jemand nicht in ein starres System passt, verpasst das Wesentliche. Erst außerhalb dieses Korsetts zeigt sich, was diese Person wirklich kann: besondere Mustererkennung, ungewöhnliche Lösungswege, hohe Genauigkeit, Kreativität, Ausdauer oder ein Blick für Zusammenhänge, der in eingespielten Routinen oft verloren geht.
Neurodivergenz wird so zum Ausgangspunkt für eine größere Frage: Wie erkennen Unternehmen Potenziale, die nicht in vertrauten Lebensläufen, Kommunikationsmustern oder Arbeitsroutinen sichtbar werden?
Genau diese und andere Fragen, die bestehende Arbeitsstrukturen hinterfragen, wollen die drei Verantwortlichen von NeuroDiver‘sCity in ihrem selbst gestalteten Raum stellen. Am Ende der Zukunft Personal ist dann aus einer weißen Wand ein vielseitiges buntes Bild einer Stadt geworden. Einer Stadt, die zeigt, was entstehen kann, wenn Menschen mitdenken und Potenziale nicht länger verborgen bleiben.
NeuroDiver‘sCity auf einen Blick
Was: Aktions- und Kommunikationsraum zu Neurodiversität, Führung und neuen Formen der Zusammenarbeit
Wo: Zukunft Personal Europe 2026, Köln
Wann: 15. bis 17. September
Verantwortlich: Sabine Buch (Präsidentin Europäisches Institut für Neurodivergenz), Michael Heß (systemischer Coach), Andreas Ullrich (Kommunikationsstratege)
Weitere Infos: neurodiverscity.de
Monika Eiden
