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„Weniger Touristen in Köln, trotzdem ein zufriedenstellendes Ergebnis für 2016“ – Josef Sommer (KölnTourismus GmbH)

Köln zählt aber nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen in Europa! - copyright: Alex Weis / Die Wirtschaft Köln
Köln zählt aber nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen in Europa!
copyright: Alex Weis / Die Wirtschaft Köln

„Die Zahl der Übernachtungsgäste ist 2016 um etwa 3,5 Prozent auf 5,8 Millionen zurückgegangen“, sagt Josef Sommer, Chef der KölnTourismus GmbH. „Das liegt zum einen an der sicherheitspolitischen Lage in Europa, zum anderen an unserem Messekalender, der 2016 turnusgemäß etwas schwächer war.“

Insgesamt strömen seit 2000 immer mehr Touristen nach Köln. Die Zahl habe sich seitdem verdoppelt. „2015 hatten wir mit 6 Millionen Übernachtungen ein Rekordjahr“, sagt Sommer. „Der leichte Rückgang im vergangenen Jahr ist aber zu verkraften. Er hat nichts mit Köln an sich zu tun.“ Seit den Terroranschlägen in Brüssel und Paris sind die Menschen vorsichtiger geworden. Besonders die Asiaten sind da sehr sensibel, wie der Tourismus-Chef weiß. „Viele von ihnen haben ihre Reiseroute seitdem verändert. Wenn sie beispielsweise Paris meiden, dann kommen auch gleichzeitig weniger Menschen nach Köln, da sie dann eine komplett andere Reiseregion wählen.“

Auch die zahlreichen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht 2015/2016 haben Spuren hinterlassen. Wenn auch nicht allzu tiefe. „Eine große Stornowelle gab es zwar nicht, aber Schulklassen zum Beispiel haben daraufhin vielleicht schon ihre Klassenfahrt oder ihren Ausflug in eine andere Stadt verlegt.“

Josef Sommer (KölnTourismus GmbH) zieht Bilanz für 2016

 "5,8 Millionen Übernachtungsgäste und 100 Millionen Tagesbesucher pro Jahr, das kann sich schon sehen lassen", sagt Josef Sommer von KölnTourismus. - copyright: Dieter Jacobi / KölnTourismus GmbH
„5,8 Millionen Übernachtungsgäste und 100 Millionen Tagesbesucher pro Jahr, das kann sich schon sehen lassen“, sagt Josef Sommer von KölnTourismus.
copyright: Dieter Jacobi / KölnTourismus GmbH

Köln zählt aber nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen in Europa. In Deutschland liegt die Domstadt am Rhein nach Berlin und München auf dem dritten Platz. „5,8 Millionen Übernachtungsgäste und 100 Millionen Tagesbesucher pro Jahr, das kann sich schon sehen lassen“, sagt Josef Sommer. Und dabei gibt es in den verschiedenen Jahreszeiten kaum nennenswerte Unterschiede, was eher untypisch ist.

„Mit der großen Vielfalt an Weihnachtsmärkten, aber besonders auch mit Karneval sind die Besucherzahlen auch im Winter recht hoch. Nur um Ostern herum haben wir eine leichte Delle, das ist unsere schwächste Zeit.“ Auch die Koelnmesse, die besonders in den Wintermonaten viel zu bieten hat, sorgt für kontinuierliche Besucherzahlen. „Im Schnitt bleiben die Touristen 1,7 Tage hier. Zwei Drittel aller Besucher kommen aus Deutschland, danach folgen Großbritannien, die USA und die Niederlande.“

Statistik KölnTourismus GmbH
Statistik KölnTourismus GmbH

Für die Stadt und ihre Menschen sind die Touristen extrem wichtig. „Der Tourismus ist hier der größte Arbeitgeber, es ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, betont Josef Sommer. „Durch die Freizeit-Touristen und die beruflich motivierten Besucher machen wir pro Jahr einen Umsatz von rund 6,6 Milliarden Euro.“ Davon profitiert vor allem die Hotelbranche, aber auch Taxifahrer, Gastronomen und Einzelhändler sind die Gewinner.

„Der Tourismus ist der größte Arbeitgeber in Köln“

Zwar zählt die Hotelbranche zu den größten Profiteuren des Tourismus, gleichzeitig ist sie aber auch die Schwachstelle. „Es fehlen uns Hotelkapazitäten“, betont der Tourismus-Chef. „Besonders im Luxussegment haben wir Nachholbedarf.“ Das Domhotel sei geschlossen und auch das Intercontinental habe es nach Düsseldorf gezogen. „Wir merken, dass in dem Bereich was fehlt – da müssen wir in den nächsten Jahren was tun.“

„Unsere Schwachstelle ist die Hotelbranche – da fehlen uns Kapazitäten“

Gezielte Werbung für Köln

"Der Tourismus ist hier der größte Arbeitgeber, es ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", betont KölnTourismus-Chef Josef Sommer. - copyright: Dieter Jacobi / KölnTourismus GmbH
„Der Tourismus ist hier der größte Arbeitgeber, es ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, betont KölnTourismus-Chef Josef Sommer.
copyright: Dieter Jacobi / KölnTourismus GmbH

Doch was zieht die Menschen nach Köln, womit punktet die Stadt? „Der wichtigste Grund ist kaum zu übersehen – es ist natürlich der Kölner Dom“, sagt Josef Sommer. „Mit 6,5 Millionen Besuchern pro Jahr ist es die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Deutschland.“ Doch auch darüber hinaus hat Köln einiges zu bieten. „Der Städtetourismus boomt zurzeit allgemein und da sind Kölns Stärken gut zum Tragen gekommen.“ Der Rhein, die zentrale Lage in Deutschland und die rheinische Kultur mit Kölsch, Karneval und den Brauhäusern seien nur einige Gründe für die Menschen, sich auf den Weg nach Köln zu machen.

„Der Kölner Dom ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands“

Und damit Köln auch weiterhin ein beliebtes Reiseziel bleibt, bemühen sich Josef Sommer und sein Team nicht nur um mehr Hotels, auch machen sie gezielt Werbung für die Stadt. „In China hat es kürzlich Visa-Erleichterungen gegeben, wodurch die Einreise hier einfacher geworden ist. Das haben wir direkt genutzt und für einen Urlaub in unserer Stadt geworben.“ Bei neuen Bahn- oder Flugverbindungen werde in den entsprechenden Städten offensiv Werbung gemacht. „Dafür arbeiten wir mit unseren Partnern wie HRS, Eurowings oder auch der Deutschen Bahn eng zusammen.“

„Wir haben für jeden Geschmack und jede Altersklasse etwas zu bieten – von Street-Art und Festivals bis hin zu großen Messen und der Philharmonie.“

Dass sich die sicherheitspolitische Lage in der nahen Zukunft deutlich ändern wird, sieht der Tourismus-Chef nicht. Terroranschläge seien weiterhin ein großes Thema und ein Unsicherheitsfaktor. „Dadurch gehen wir davon aus, dass sich die Besucherzahlen in den kommenden Jahren nicht groß verändern werden. Zwar können wir kaum auf solche Anstiege wie in den vergangenen Jahren hoffen, doch mit einem deutlichen Rückgang rechne ich ebenfalls nicht.“

Alena Staffhorst

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