Monitoringbericht zur Energiewende

Reaktion der RheinEnergie

by Diana Pohl
Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergieBildquelle Frank Reinhold / RheinEnergie

Am 15.09.2025 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) den Monitoringbericht zur Energiewende. Der Koalitionsvertrag hatte ihn vorgesehen, durchgeführt wurde er von den wissenschaftlichen Instituten Berliner Beratung für die Transformation der Energiewirtschaft (BET) und Experten des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI). Der Vorstandsvorsitzende der Kölner RheinEnergie AG, Andreas Feicht, reagierte darauf aus dem Blickwinkel eines der größten Stadtwerke Deutschlands. Von 2019 bis 2022 arbeitete er als Staatssekretär für Energiepolitik im BMWE.

Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche sagte zum Monitoringbericht in einer Pressemitteilung: „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist zweifellos ein großer Erfolg – heute stammen schon fast 60 Prozent unseres Stroms aus Wind, Sonne und Co. Dennoch: die Energiewende steht an einem Scheideweg. Damit sie gelingt, müssen Verlässlichkeit, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Kostentragfähigkeit des Energiesystems für unseren Wirtschaftsstandort ins Zentrum rücken. Denn nur mit sicherer, sauberer und bezahlbarer Energie können wir Arbeitsplätze sichern, Wettbewerbsfähigkeit erhalten und sozialen Zusammenhalt stärken.“ Der Bericht zur Energiewende macht u. a. aufmerksam auf frappierende Leerstellen in den bestehenden Zukunftsszenarien für die Energiewende. Deswegen schlägt Reiche zehn wirtschafts- und wettbewerbsfreundliche Schlüsselmaßnahmen vor, u. a. einen technologieoffenen Kapazitätsmarkt schnell zu implementieren.
Feicht kommentierte den Bericht umgehend in einer Pressemitteilung: „Die neue Strombedarfsplanung für 2030 liegt bei 600-700 TWh – das 80-Prozent-Ziel bleibt bestehen. Um am Kohleausstieg festhalten zu können, wird der angekündigte technologieoffene Kapazitätsmarkt mit einem ausgewogenen Mix von Erzeugung, Speichern und steuerbaren Verbrauchern die Versorgungssicherheit gewährleisten.“

Im Bericht sei zur Versorgungssicherheit der Bau neuer Gaskraftwerke vorgesehen, die perspektivisch mit Wasserstoff betrieben werden können. „Aufgrund des nicht prognostizierbaren Preises von Wasserstoff ist das der richtige Ansatz. Wir brauchen neue Gaskraftwerke für eine sichere Versorgung und eine Vergütung für das Vorhalten von Stromerzeugungskapazitäten. Die strenge Definition von grünem Wasserstoff oder eine zu eng gefasste Definition von kohlenstoffarmen Gasen regulieren detailversessen einen Markt, den es noch gar nicht gibt, und erschweren Investitionen.“ Beim Netzausbau plädiert Feicht, wie der Bericht, für eine realistische Bedarfsplanung: „Begleitet durch hohe Baukosten und regulatorische Rahmenbedingungen ist eine Streckung der Investitionen notwendig, um Preissteigerungen zu begrenzen. Investitionen in die Energieinfrastruktur entsprechen heute einem Volumen, das in der Vergangenheit fast 50 Jahre für den Aufbau der bisherigen Assets benötigt hat, nun aber in nur zehn Jahren realisiert werden soll.“ Er begrüße die Vorhaben, flexible und pragmatische Lösungsansätze zu verfolgen, darunter eine bessere Nutzung der bestehenden Netzinfrastruktur und der Abbau regulatorischer Hürden. „Batteriespeicher sind hier eine wichtige Komponente, sie durften von Netzbetreibern in Deutschland bislang nicht netzdienlich eingesetzt werden. Neue Instrumente wie Überbauung könnten gute Anreize schaffen.“

Der Monitoringbericht fordere die intensive Betrachtung der Systemkosten. Feicht: „Mehr Kosteneffizienz gelingt nur mit einem konsequenten Bürokratieabbau. Wir können nicht stabile Strompreise wollen, ohne die Kosteneffizienz im Gesamtsystem zu betrachten.“ Feicht lobt, dass der Monitoringbericht bereits bestehende Studien miteinbezieht. „Wir brauchen weiterhin eine sachliche, ideologiefreie Diskussion über Ausbauziele der Erzeugung, erneuerbar wie fossil.“ Zur Reduktion der Strombedarfsprognose im Bericht sagt er: „Dadurch bekommen Stadtwerke mehr Luft, gezielt und sachgerecht zu investieren.“

(Karoline Sielski)

Weitere spannende Beiträge