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Der Schritt in die Selbstständigkeit: Ist Franchising der richtige Weg?

 Eine Möglichkeit, mit überschaubaren Investitionen einen eigenen Betrieb auf die Beine zu stellen, ist, dies als Partner eines Franchising-Systems zu tun. copyright: Envato / dotshock
Eine Möglichkeit, mit überschaubaren Investitionen einen eigenen Betrieb auf die Beine zu stellen, ist, dies als Partner eines Franchising-Systems zu tun.
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Wer darüber nachdenkt, sich selbstständig zu machen, benötigt im Normalfall ein gewisses Eigenkapital, um erfolgreich zu starten. Eine Möglichkeit, mit überschaubaren Investitionen einen eigenen Betrieb auf die Beine zu stellen, ist, dies als Partner eines Franchising-Systems zu tun. Hier ist es bereits mit geringem Startkapital möglich, je nach Branche, eine entsprechende Firma zu gründen. Und das Risiko der Selbstständigkeit hält sich, wenn man es richtig angeht, in Grenzen, denn der Wirtschaftszweig befindet sich seit einigen Jahren auf Wachstumskurs.

Die Franchise-Branche wächst und expandiert

Den zweiten Platz in der Franchising-Branche belegen gleichauf die Gastronomie und der Handel mit je 24 Prozent. copyright: Envato / Jumsoft
Den zweiten Platz in der Franchising-Branche belegen gleichauf die Gastronomie und der Handel mit je 24 Prozent.
copyright: Envato / Jumsoft

So hat sich dieser Wirtschaftszweig in 2018 in Deutschland positiv entwickelt, besonders in den Ballungszentren wie z. B. in Köln. Das besagt die Franchise-Statistik 2018. Die rund 990 Systeme in Deutschland arbeiten demnach mit 128.000 Partnern zusammen. Das sind rund 4.500 mehr und entspricht einem Zuwachs von 3,6 Prozent im Vergleich zu 2017. Dementsprechend stieg auch die Zahl der Unternehmen im Bereich Franchising auf 168.000 (+ 3,5 Prozent) und die der Mitarbeiter auf 715.000 (+ 1,2 Prozent). Dieses deutliche Wachstum schlägt sich natürlich auch im Gesamtumsatz nieder, der im Vergleich zu 2017 um 9,4 Prozent auf 122,8 Milliarden Euro gestiegen ist.

Dabei setzen Unternehmen immer häufiger auf neue Zielgruppen und Konstellationen in ihrer Partner-Struktur, um ihr Konzept erfolgreich zu verbreiten. Auch wenn der traditionelle Gründermarkt weiterhin existiert, rücken doch andere Konzepte, wie Seitenwechsel von Mitarbeitern zum Partner, in den Fokus. Auch Conversion, d.h. Umwandlung oder Eingliederung in ein bestehendes System oder aber Multi-Unit-Franchising, d. h. ein Partner mit mehreren Standorten, kommen immer mehr in den Vordergrund. So ist es nicht verwunderlich, dass 56 Prozent der Befragten das Letztgenannte als eher wichtig bis sogar sehr wichtig einstufen. Das zeigt, dass die Branche in Deutschland bereit ist, neue alternative Wege einzuschlagen.

Dienstleistungsbranche deutlich vorne

Was die Rangliste im Franchising-Bereich angeht, liegt der Dienstleistungssektor unangefochten mit 40 Prozent an erster Stelle. Den zweiten Platz belegen gleichauf die Gastronomie und der Handel mit je 24 Prozent. Ein Vergleich mit dem Vorjahr ergibt, dass der Handel zur Gastronomie aufgeholt und gleichgezogen hat. Das Handwerk kann eine leichte Zunahme vermelden. Vermehrt schließen sich Handwerksbetriebe zu Netzwerken zusammen und nehmen so 12 Prozent des entsprechenden Marktes ein.

Und der Franchise-Wachstumstrend soll weitergehen. So sehen es zumindest die Planungen der befragten Systeme vor. Demnach befinden sich derzeit ca. 9 Prozent in der Aufbau- und 14 Prozent in der Reifephase. Insgesamt 55 Prozent, das ist ein Plus von 2 Prozent, gaben an, in der Expansionsphase zu sein. Im Schnitt sehen die Planungen vor, im Jahr 2019 12 neue Partner zu gewinnen, entweder durch den Gang in die Selbstständigkeit oder durch Eingliederung. Dies beweist deutlich, dass die Branche auf Expansionskurs ist.

Franchising: Positiver Effekt auf den Arbeitsmarkt

Franchising: Positiver Effekt auf den Arbeitsmarkt copyright: Envato / Wavebreakmedia
Franchising: Positiver Effekt auf den Arbeitsmarkt
copyright: Envato / Wavebreakmedia

Auch der Arbeitsmarkt in ganz Deutschland profitiert deutlich von diesem Bereich der Wirtschaft. Im Jahr 2018 wurden über 8.500 Arbeitsplätze geschaffen, dies entspricht einem Zuwachs von 1,2 Prozent. Dies bedeutet, dass derzeit insgesamt 715.362 Menschen in Betrieben des Wirtschaftszweiges beschäftigt sind. Und zwar sowohl als Vollzeit-, als Teilzeitkraft sowie als geringfügig Beschäftigte. Und die Branche ist ständig auf der Suche nach neuen Partnern, die ihre Marke zwar eigenständig, aber unter dem bekannten Konzept vertreten.

Hieraus ergeben sich Chancen für Arbeitnehmer sich selbstständig zu machen. Natürlich sollte man sich vorab Gedanken machen, welcher ZweiProfg in Frage kommt. Aber bei knapp 1.000 Unternehmen in Deutschland dürfte im Normalfall jeder das passende Konzept – von der Gastronomie über Dienstleistung bis hin zu Handwerk und Co. – finden. Wichtig dabei ist, seine Wahl den eigenen Fähigkeiten entsprechend zu treffen. Das Risiko hält sich dabei in Grenzen, da man mit einem solchen System eine gewisse Planungssicherheit hat, besonders, wenn man eine starke Marke im Rücken hat.

Selbstständigkeit genau durchplanen

Hat man sich für einen Bereich oder ein Partner-Unternehmen entschieden, gibt es noch viele weitere Punkte zu berücksichtigen, bevor man den einschneidenden und lebensverändernden Schritt in die Selbstständigkeit wagt. Am sinnvollsten ist es wohl, sich vorab genau zu erkundigen und sich auch beraten zu lassen. Und natürlich sollte man den zukünftigen Partner mit einbeziehen. So lässt sich das Risiko des Misserfolgs erheblich senken. Der Zeitpunkt von der Idee bis zur Gründung dauert im Durchschnitt übrigens sieben Monate. Diese Zeit sollte man dann auch intensiv nutzen.

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