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Die Macht der Betrüger: Corona-Soforthilfe in NRW gestoppt

Die Macht der Betrüger: Corona-Soforthilfe in NRW gestoppt: copyright: Envato / Rawpixel
Die Macht der Betrüger: Corona-Soforthilfe in NRW gestoppt.
copyright: Envato / Rawpixel

Das Antragsformular für die wirtschaftlichen Soforthilfen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie war anscheinend so täuschend echt nachgebaut, dass vermutlich viele Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer in NRW darauf hereingefallen sind. Das bittere Fazit: Die beantragten Gelder kamen nie an. Um den Betrug zu stoppen, hat das NRW-Wirtschaftsministerium (MWIDE) Strafanzeige gestellt und sogar entschieden, die Zahlungen der Soforthilfe vorerst auszusetzen.

Der aktuelle Vorgang zeigt, wie kreativ Betrüger ans Werk gehen und vor allem: wie schnell sie sind. Auch wenn es wahrscheinlich schon morgen neue, perfide Betrugsmaschen gibt, geben die Experten von ARAG einen Überblick über die aktuelle Gaunerlandschaft.

Fake-Anträge in NRW

Mit den gefälschten Soforthilfe-Anträgen haben Cyberkriminelle jede Menge Daten abgefischt und Zahlungen wahrscheinlich auf andere Konten umgeleitet. Daher wurden die Auszahlungen der Soforthilfen wegen der aktuellen Coronavirus-Krise bis auf Weiteres ausgesetzt. Anträge können aber weiterhin gestellt werden. Und zwar ausschließlich über die offizielle Internetseite des Landes . Eine Ermittlergruppe des Landeskriminalamtes arbeitet nun mit Hochdruck daran, betrügerische Anträge zu identifizieren. Wann Antragsteller mit Zahlungen rechnen können, ist offen. ARAG Experten weisen darauf hin, dass offizielle Webseiten des Landes am Kürzel .nrw oder .nrw.de zu erkennen sind.

Gewinnspiele von der BaFin

Sogar die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) muss für Corona-Gaunereien herhalten. Vermeintliche BaFin-Mitarbeiter rufen willkürlich Telefonnummern an und bieten die Teilnahme an einem Gewinnspiel an. Das Ziel: Möglichst viele private Daten in Erfahrung zu bringen. Dabei werden den potenziellen Opfern sogar die echten BaFin-Telefonnummern angezeigt. Die BaFin betont jedoch auf ihrer Homepage, dass man sich nicht an Einzelpersonen wende, “um im Hinblick auf konkret zu tätigende Bank-, Finanzdienstleistungs- oder Versicherungsgeschäfte zu beraten. Die BaFin nimmt daher keinen Kontakt zu einzelnen Verbrauchern auf, um zur Teilnahme an einem Gewinnspiel anzuregen.”

Gefälschte Arzneien, Medikamente und Co.

Das Bundeskriminalamt warnt hingegen vor dem Online-Handel mit illegalen Arzneimitteln, gefälschten Medikamenten und Medizinprodukten wie etwa Atemschutzmasken oder Selbsttest-Kits. Der Zoll hatte erst kürzlich gefälschte Gesichtsmasken, antivirale Medikamente ohne Zulassung und Desinfektionsmittel, die nicht den medizinischen Standards entsprechen, sichergestellt. Die ARAG-Experten warnen in diesem Zusammenhang auch vor Online-Angeboten von Nahrungsergänzungsmitteln, die vermeintlich Schutz vor einer Corona-Infektion bieten. Das sind Fake-News! Noch gibt es kein wirksames, zugelassenes Medikament gegen Covid-19.

Wucherpreise für Produkte

Die Menschen haben Angst vor einer Ansteckung. Daher sind viele bereit, hohe Preise zu zahlen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Doch viele Medizinprodukte sind nicht mehr oder schwer erhältlich. Die Kunden müssen in Vorkasse gehen, doch die Ware kommt nie an. Oder aber die Ware wird zu unmoralisch hohen Preisen verkauft. Nach Auskunft der ARAG-Experten kann man Fake-Shops oft am fehlenden oder fehlerhaften Impressum erkennen oder weil keine seriösen, gängigen Bezahldienste angeboten werden. Fehlt die Möglichkeit, auf Rechnung zu kaufen: Finger weg! Gleichzeitig können Bewertungen und Prüfsiegel ein Indikator für eine vertrauenswürdige Seite sein.

Phishing in Corona-Zeiten: Der Sparkassen-Trick

Mit diesem neuen Phishing-Trick , auf den die Verbraucherzentrale hingewiesen hat, gehen Cyberkrimelle zurzeit per E-Mail auf Daten-Angeltour. Sie warnen vor der corona-bedingten Schließung von kleineren Sparkassen-Filialen. Wer weiterhin beraten werden möchte, muss den Link in der Mail anklicken. Dieser führt aber nicht zur Sparkasse, sondern direkt zum betrügerischen Absender. Besonders perfide an dieser Masche: Die Wortwahl der Nachricht ist professionell und emotional, weshalb es schwer ist, sie als Fake zu entlarven. Doch woran erkennt man Phishing-Mails? Die ARAG-Experten raten, einen genaueren Blick auf die Mailadresse zu werfen. Ist diese kryptisch, könnte das auf eine Betrugsmail hinweisen. Auch eine fehlende persönliche Anrede kann ein Indiz sein.

Angebliche Mitarbeiter von Behörden

Ob Gesundheitsamt, Polizei oder andere Ämter: Es werden keine Mitarbeiter geschickt, um unangemeldete Coronavirus-Tests an der Haustür durchzuführen oder Wohnungen zu desinfizieren. Auch dies ist eine Masche, mit der dreiste Gauner die Angst insbesondere bei älteren Menschen ausnutzen, um sich als Mitarbeiter einer Behörde Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Es kommen auch keine Polizeibeamten, um vor einer coronabedingten Einbruchswelle zu warnen und daher den Schmuck in Sicherheit bringen zu müssen. Dies alles sind windige Versuche, an Bargeld oder andere Wertsachen heranzukommen.

Vorgetäuschte Nachbarschaftshilfe

So groß der Bedarf auch ist: Wer zu Corona-Zeiten Hilfe etwa bei Einkäufen, Bankgeschäften oder Arztbesuchen benötigt, sollte sich wirklich nur an die Familie, Freunde oder bekannte Nachbarn wenden. Ansonsten ist das Risiko groß, dass das Geld für die Erledigungen weg ist.

Die Maschen am Telefon

Auch in Baden-Württemberg warnt die Polizei regelmäßig vor immer neuen Betrugsmaschen. “Eine besonders abstoßende und niederträchtige Vorgehensweise skrupelloser Krimineller”, so bezeichnet der Präsident des Landeskriminalamtes, Ralf Michelfelder, das aktuelle Vorgehen. Dabei melden sich die Trickbetrüger telefonisch bei meist älteren Personen und behaupten, sie seien mit dem Coronavirus infiziert und bräuchten nun Geld für die Behandlung, was ein Freund abholen würde. Eine andere Variante ist ein bereits bekannter Trick: Angeblich ist ein Enkel oder sonstiger Angehöriger erkrankt und benötigt nun finanzielle Unterstützung für die Behandlung.

Quelle: ARAG

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