Europas größte Fluss- wasser-Wärmepumpe

RheinEnergie und MAN Energy Solutions bauen in Köln

by Jana Leckel
Heizkraftwerk Niehl 3 in Köln NiehlBildquelle RheinEnergie AG

In Köln wird Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe gebaut. Dazu hat die RheinEnergie AG den Zuschlag an die MAN Energy Solutions vergeben. Das Ziel: die Dekarbonisierung der Wärme für Köln. Die Großwärmepumpe soll eine Leistung von 150 Megawatt erreichen. Der Zuschlag für die Errichtung des Wasserentnahmebauwerks inklusive aufwendiger Fischschutzanlagen ging an ein Konsortium der Unternehmen Züblin und Strabag Umwelttechnik.

Das Projekt Flusswasser-Wärmepumpe ist das zweitgrößte Einzel-Investitionsprojekt in der Geschichte der RheinEnergie. Es ist ein Gesamt-Investitionsvolumen von 280 Millionen Euro – der Staat und die EU beteiligen sich an diesem Vorhaben mit einer Förderung von rund 100 Millionen Euro. Auch für Deutschland und Europa habe dieses Projekt Signalwirkung. MAN Energy Solutions baut eine innovative Wärmepumpe und möchte verdeutlichen, wie urbane Wärmesysteme durch die Nutzung klimaneutraler Energiequellen neu gestaltet werden können. Die Flusswasser-Wärmepumpe entsteht am Standort Köln-Niehl der RheinEnergie, dort kann sie direkt in das größte Fernwärmeteilnetz des Unternehmens für den Bereich Innenstadt/Vorortgürtel einspeisen. Es wird die erste Wärmepumpe dieser Dimension in ganz Europa.

Es geht um den Einfluss von Temperaturveränderungen auf die Fauna des Rheins durch abgekühltes Wasser – das ist auch für die Genehmigungsbehörden Neuland. Außerdem geht es in dem dicht besiedelten Gebiet um Lärm- und Immissionsschutz. So funktioniert das innovative Prinzip: Das Herz der Flusswasser-Wärmepumpe ist ein Kreislauf, bei dem ein natürliches Kältemittel die Temperatur des Rheinwassers aufnimmt. Dieses Kältemittel wird in einem elektrisch angetriebenen Verdichter so weit erhitzt, dass es sein hohes Temperaturniveau in einem Wärmetauscher an das Wasser des Fernwärmekreislaufs abgeben kann. So entstehen aus einer Flusswassertemperatur von rund zehn Grad Celsius im Jahresmittel bis zu 110 Grad Nutztemperatur. Im Mittel werden so aus einer Kilowattstunde Strom rund drei Kilowattstunden Nutzwärme.

Dabei soll das Rheinwasser im Prinzip verbleiben, wie es war, es kommt am Ende des Prozesses nur leicht abgekühlt in den Fluss zurück. In Köln-Niehl wird die Großwärmepumpe zur wirtschaftlichen Optimierung kombiniert mit anderen, gasbasierten Erzeugungsanlagen, für stabile Endpreise. Die RheinEnergie wird im kommenden Jahr mit vorbereitenden Arbeiten auf dem Baufeld beginnen und parallel den Genehmigungsantrag für die Anlage einreichen. Der eigentliche Bau soll nach Vorliegen der Genehmigungen 2026 erfolgen, eine Inbetriebnahme ist zudem für das Jahr 2027 geplant.

(Karoline Sielski)

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