Die Arbeitswelt verändert sich – und damit die Anforderungen an Führung. In Zeiten von Fachkräftemangel, Veränderungsdruck und hoher Fluktuation reicht es nicht mehr, „nur“ operativ zu führen. Genau hier setzt Positive Leadership an: ein messbar wirksamer Führungsstil, der Motivation und Leistung gleichermaßen stärkt.
Für Unternehmen im Mittelstand bietet dieser Ansatz hohe Chancen: weniger Fluktuation, mehr Engagement, bessere Ergebnisse.
Positive Leadership basiert auf der Positiven Psychologie – also der Wissenschaft davon, was Menschen stark macht. Im Führungsalltag bedeutet das: Stärken erkennen statt Schwächen auszumerzen, Verbindung fördern statt Kontrolle erhöhen. Und Sinn vermitteln statt bloß Ziele setzen. Der Nutzen: Studien zeigen, dass positiv geführte Teams gesünder, produktiver und loyaler sind. Gerade im Mittelstand ist das Gold wert – und zwar messbar.
PERMA-Lead: fünf Faktoren für starke Führung
Das PERMA-Lead-Modell übersetzt Positive Leadership in konkrete Handlungsfelder:
P – Positive Emotionen fördern
Wer gerne zur Arbeit kommt, ist motivierter, kreativer und belastbarer. Führungskräfte können positive Emotionen z. B. durch wertschätzendes Feedback aktiv auslösen.
E – Engagement ermöglichen – stärkenorientiert führen
Mitarbeitende im „Flow“ sind am produktivsten. Das gelingt, wenn Aufgaben zu individuellen Stärken passen. Praxisbeispiel: Rollen im Team so verteilen, dass Talente gezielt genutzt werden.
R – Relationship – Beziehungen gestalten
Gute Beziehungen im Team erhöhen Zufriedenheit und Resilienz. Führung bedeutet hier: aktiv Verbindung schaffen – z. B. durch vertrauensvolle Gesprächskultur oder gemeinsame Rituale mit dem Team.
M – Meaning – Sinn stiften
Menschen wollen Teil von etwas Größerem sein. Sie können Sinn erlebbar machen, indem Sie zeigen, welchen Beitrag die Arbeit zum Unternehmenserfolg leistet.
A – Accomplishment – Erfolge sichtbar machen
Anerkennung wirkt stärker als Bonuszahlungen. Wer Leistung wahrnimmt und feiert, steigert die Motivation. Führungskräfte können hier stärker Wirkung entfalten.
Zahlreiche Praxisstudien beweisen die Wirksamkeit von Positive Leadership:
Öffentlicher Dienstleister: 38 Prozent weniger Burn-out bei Führungskräften
Medienhaus in Deutschland: Fluktuation sank von 19 Prozent auf 10 Prozent
Software-Anbieter: 12 Prozent Umsatzsteigerung durch PERMA-Trainings
Mehr produktive Zeit: In Betrieben, in denen PERMA-Lead gelebt wird, sind die Krankentage deutlich unter dem Durchschnitt.
Quick Wins für den Führungsalltag – so funktioniert Positive Leadership
in der Praxis
Positive Emotionen fördern: Fragen wie „Was hat dich diese Woche gefreut?“ setzen neue Impulse.
Stärken sichtbar machen: stärkenorientierte Aufgaben übertragen, z. B. Präsentieren von Ergebnissen vor der Gruppe, Einarbeiten neuer Kolleginnen/Kollegen.
Beziehungen stärken: Austausch auf Augenhöhe fördern mit Mitarbeitenden der gleichen Ebene, die sich ergänzen und unterstützen.
Sinn vermitteln: zeigen, welchen Unterschied die Arbeit macht – z. B. Austausch zwischen beteiligten Abteilungen: Warum brauchen wir das von euch, was passiert damit?
Erfolge feiern: Teammeetings immer damit beginnen, was gut gelaufen ist. Und warum.
PERMA-Lead ist eine hochaktuelle Antwort auf die Frage, wie Führung heute wirken kann. Unternehmen, die auf Positive Leadership setzen, investieren in ihr wichtigstes Kapital: die Menschen.
Starke Führung wirkt – für Menschen und fürs Ergebnis.
Bildquellen
- Positive Leadership: ebner-team Training Coaching Forschung GmbH, Wien