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Frauen weiterhin unterbezahlt

by Redaktion

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Kalthöfer

Männer verdienen im Westen deutlich mehr – Lichtblick Ostdeutschland

Noch immer fehlt es in deutschen Unternehmen an Frauen, die Führungspositionen bekleiden. Zudem gibt es weiterhin weit verbreitete Unterschiede beim Gehalt. Oft verdienen Frauen für dieselbe Arbeit deutlich weniger als männliche Arbeitnehmer. Doch es gibt manch einen Lichtblick bei der Gleichstellung von Mann und Frau im Beruf.

Zum Tag der Deutschen Einheit 2022 hat die Bundesagentur für Arbeit aktuelle Zahlen zu den Löhnen in Deutschland veröffentlicht. Die Unterschiede zwischen Ost und West sind auch 32 Jahre nach der Wiedervereinigung signifikant. Weiterhin gibt es im Allgemeinen eine deutliche Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen. In den ostdeutschen Bundesländern liegt das Medianentgelt der Frauen bereits seit Jahren über dem Niveau der Männer. In den westdeutschen Bundesländern sieht das genau andersherum aus. Insgesamt liegen die Gehälter in Ostdeutschland weiterhin deutlich unter denen im Westen. Allerdings gehe die grundsätzliche Tendenz dahin, dass Unterschiede, wenn auch nur langsam, geringer werden.

Deutlich weniger Geld für Frauen im Westen

In Ostdeutschland erreichte das Medianentgelt der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten erstmals die 3.000-Euro-Marke und lag bei 3.007 Euro. Frauen (3.060 Euro) verdienen dabei durchschnittlich monatlich 82 Euro mehr als Männer (2.978 Euro). Der höhere Median der in Vollzeit beschäftigten Frauen wird allerdings durch die hohe Teilzeitquote wieder eingeschränkt. In Ostdeutschland arbeitet fast jede zweite Frau (49 Prozent) in Teilzeit. Im Westen zeigt sich ein ganz anderes Bild, dort verdienen Männer deutlich mehr als Frauen. Männer erhalten monatlich 461 Euro mehr als Frauen und erreichten 2021 ein Medianentgelt von 3.787 Euro. Die Bundesagentur führt die großen Unterschiede bei den Medianentgelten zwischen Ost und West auf die jeweiligen Branchenstrukturen zurück. In den alten Bundesländern gibt es mehr große Unternehmen in von Männern dominierten Branchen mit entsprechenden Tarifstrukturen. Die BA nennt hier bspw. das verarbeitende Gewerbe. In Ostdeutschland sei der Frauenanteil in Branchen mit Tariflöhnen relativ hoch, bspw. in öffentlichen Verwaltungen oder im Gesundheitswesen.

Insgesamt verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit bei den Löhnen und Gehältern 2021 im Osten einen kräftigeren Zuwachs als im Westen. In den alten Bundesländern stiegen die Medianentgelte um durchschnittlich 86 Euro im Monat, Vollzeitbeschäftigte in Ostdeutschland erzielten ein monatliches Plus von 117 Euro. Die Lohnschere zwischen Ost und West verkleinerte sich dementsprechend etwas, beträgt aber immer noch 619 Euro. 2020 waren es noch 650 Euro. 2017 lag der Unterschied sogar bei 739 Euro.

Rolle der Frau im Fokus

Die große Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen und Männern in NRW war ein großes Thema beim Frauen-Business-Tag der IHK und HWK Köln. Dieser fand zum zehnten Mal statt, diesmal unter dem Motto „Einsteigen – umsteigen – aufsteigen – vernetzen – 10. Frauen-Business-Tag – jetzt aber!“ Bei der Veranstaltung in der IHK Köln sprachen unter anderem Jutta Allmendinger, Leiterin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Josefine Paul, Ministerin für Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW, Claudia Schall, Chefredakteurin von Radio Köln, Nicole Grünewald, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer zu Köln, sowie Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln. „Klar ist: Frauen in der Wirtschaft müssen sichtbarer werden und sich im beruflichen Kontext besser vernetzen. Für beides ist der Frauen-Business-Tag der IHK Köln und HWK Köln perfekt“, sagte IHK-Präsidentin Nicole Grünewald im Vorfeld der Veranstaltung. Insgesamt nahmen 15 Verbände am zehnten Frauen-Business-Tag teil. Im Börsensaal der IHK Köln sowie per Stream verfolgten einige Hundert Interessierte den Event.

(Christian Esser)

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