Kölner Stadtrat übernimmt Empfehlungen

IW-Studie „Starke Wirtschaft. Starkes Köln“ vorgelegt

by Diana Pohl
Die Industrie in Köln stärken, für mehr Wertschöpfung

Die IW Consult des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat die Studie „Starke Wirtschaft. Starkes Köln“ für die Stadtwerke Köln, KölnBusiness, Arbeitgeber Köln, Atlas Copco, Leybold und Igus erstellt und im November 2024 veröffentlicht. Nun hat der Kölner Stadtrat in seiner September-Sitzung Empfehlungen aus der Studie übernommen und zur Umsetzung derer die Taskforce „Industrie“ beschlossen.

260 Unternehmen in Köln und der Region wurden zu ihren wirtschaftlichen Verflechtungen, ihrer Einschätzung von Standortfaktoren, Innovationsaktivitäten und Technologienutzung in der IW-Studie „Starke Wirtschaft. Starkes Köln“ befragt. Die Auftraggeber hatten von Anfang an das Ziel erklärt, mit Handlungsempfehlungen der Studie ein breites Bündnis aus Kommunalpolitik, der Stadtverwaltung, der Stadtgesellschaft, regionalen Stakeholdern und der Wirtschaft anzuregen. Der Rat der Stadt Köln hat sich dann wohl zu Herzen genommen, dass laut der Studie drei Viertel der Unternehmen in Köln den Eindruck haben, die Stadtverwaltung kümmere sich mehr um ihre eigenen Interessen als die der Unternehmen. Nur 23 Prozent der Kölner Unternehmen haben den Eindruck, dass die Kölner Verwaltung ihre Interessen wahrt, während es in Frankfurt 37 Prozent sind und in München 39 Prozent.

Die Industrie in Deutschland erziele laut IW eine um fast 50 Prozent höhere Produktivität als die Dienstleistungsbranche. Die von der Stadt beschlossene Taskforce „Industrie“ soll die Bedürfnisse der Industrie gezielt betrachten und Vorschläge machen, wie man Verwaltungsprozesse rund um Wirtschaft und Industrie effizienter strukturieren könne. Dr. Michael Paul, Stadtwerke Köln GmbH, meint zum Ergebnis der Stadtratssitzung: „Dies ist eine klare Bestätigung unserer Initiative und zugleich eine hervorragende Grundlage für die Neugestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Köln. Dazu gehört insbesondere auch der notwendige wirtschaftsfreundliche Mindset-Wandel in unserer Stadt.“ Die Stadtwerke Köln verkünden weiter, der Stadtrat folge zudem weiteren wichtigen Forderungen der IW-Studie. So die planungsrechtliche Umsetzung der im Regionalplan vorgesehenen 370 Hektar neuer Gewerbeflächen, die Einrichtung eines modernen strategischen Flächenmanagements, die mögliche Einrichtung eines Innovationsparks (Verknüpfung von Pharma, Biotech, Maschinenbau, Mobilität mit KI & Robotik) und die intensivierte regionale Zusammenarbeit, insbesondere bei der Schaffung von Exzellenzclustern für den Wissenstransfer zwischen Forschung, Startups und Wirtschaft sowie der Entwicklung interkommunaler Gewerbegebiete.

Die IW-Studie hat konkrete Handlungsempfehlungen gegeben, so könne man Wertschöpfungspotenziale heben durch Wirtschaftsfreundlichkeit, den Best-in-Class-Ansatz, durch verwandte Branchenvielfalt, indem man Netzwerke knüpfe, und durch höchste Attraktivität. Die Wirtschaftsfreundlichkeit könne man u. a. durch einen „Mindset-Wandel“ herbeiführen, aber auch, indem man Aktivitäten auf Plattformen bündele. Die höchste Attraktivität erreiche man, indem man die Funktionsfähigkeit und Attraktivität der Stadt für Fachkräfte sichere, die Städtepartnerschaften für wirtschaftliche Kooperationen intensiviere und die digitale Stärke weiter ausbaue. Infrastrukturelle Rahmenbedingungen im Digital- und Verkehrsbereich werden in Köln in der Studie vergleichsweise gut bewertet. Köln hat auch seine Spitzenposition unter den digitalsten Städten Deutschlands im Smart City Index 2025 gefestigt. Im Portfolio der Unternehmen sind u. a.: Cloud Computing, künstliche Intelligenz, Everything as a Service (XaaS), Web 3.0 und Internet of Things, Quantentechnologien, 3-D-Druck. Der Best-in-Class-Ansatz beinhaltet, innovations- und produktionsstarke Unternehmen anzusiedeln und Potenziale bei Bestandsunternehmen zu heben. Gehobene Wertschöpfungspotenziale würden ganz Deutschland zugutekommen. Schon zur Zeit der Studie hätten Unternehmen in Köln und Region rund 162 Mrd. Euro Wertschöpfung erzielt.

(Karoline Sielski)

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