Startseite Interviews & PortraitsInterview Zappes Bio-Pils aus Köln – Bio-Pils etabliert sich in Köln

Zappes Bio-Pils aus Köln – Bio-Pils etabliert sich in Köln

by Redaktion

Das Gründer-Team des Zappes Bio-Pils aus Köln besteht aus Dr. Nicolas Lutz und Maximilian Koeser. Mit Letzterem haben wir dieses Interview geführt. Dieses Jahr wird das Zappes drei Jahre alt.

DIE WIRTSCHAFT: Wie ist eure Hintergrundgeschichte?

Maximilian Koeser: Dr. Nicolas Lutz hat an der RWTH Aachen promoviert und hat eine Zeit lang in München bei BMW gearbeitet, bevor er der Automobilbranche den Rücken gekehrt hat und zurück nach Köln gegangen ist. Er hat zuvor bereits in Köln gelebt und kommt ursprünglich aus dem Bergischen. Ich bin gebürtiger Dortmunder, habe einen Bachelor und Master in BWL und habe als Selbstständiger bereits zahlreiche Biertastings und Brauhaustouren gemacht, und zwar in Köln, Düsseldorf, Prag und München. Die Wahl des Business fiel auf Köln, da ich hier schon seit über elf Jahren lebe.

DIE WIRTSCHAFT: Wie seid ihr darauf gekommen, das Zappes Bio-Pils zu brauen?

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Koelnmesse

Maximilian Koeser: Wir standen auch während der Unizeit am Kiosk, tranken diverse Biere und wollten auch mal etwas anderes probieren. Da fragten wir uns: Warum macht eigentlich keiner ein hochwertiges regionales Pils? Und wir entschieden uns, es selbst zu machen.

DIE WIRTSCHAFT: Wie habt ihr den Start finanziert?

Maximilian Koeser: Es gibt zahlreiche Investoren im Zappes Club, die wir durch ein Crowd Lending bekommen haben, es ist also quasi ein Darlehen. Die Zinsen werden in Bier ausgezahlt. Am Anfang waren das viel Family und Friends, mittlerweile sind es Studenten und Berufstätige, also bunt gemischt. Wir haben für das Crowd Lending auf der Webseite und auf Instagram geworben. Das hat gereicht, um das Business zu starten, und ist eine ongoing Sache bis heute.

DIE WIRTSCHAFT: Wie war der Entstehungsweg des Bieres, bis ihr es verkaufen konntet, und was ist das Besondere beim Zappes Bio-Pils?

Gründer Maximilian Koeser

Gründer Maximilian Koeser

Maximilian Koeser: Wir haben uns bei einer kleinen Brauerei eingemietet, auf der Luxemburger Straße in Köln-Hürth. Wir halten uns an das Deutsche Reinheitsgebot beim Brauen. Wir hatten das große Glück, dass wir einen Braumeister kennengelernt haben. Das war durch Zufall in München in einer Brauerei. Dieser konnte uns durch seine Expertise direkt das Produkt nach unseren eigenen Vorstellungen zuschneiden. Ansonsten mussten wir uns noch mit Vorschriften befassen, die man einhalten muss. Das Logo designte ein Kumpel und ansonsten haben wir schon länger Frau Nussbaum, eine feste Mitarbeiterin, die für uns das CI macht und das Artwork erstellt etc. Das Besondere am Zappes Bio-Pils ist beim Produkt, dass es ein hochwertiges Bio-Pils, naturtrüb und ungefiltert, ist, und das gibt es auch als Radler – so was gab es in der Geschmacksintensität vorher noch nicht. Das Besondere an der Marke ist – also Bier an sich ist jetzt nicht gerade eine neue Erfindung –, aber mit der gesamten Marke wollen wir uns Köln schöner trinken und haben rund um die Marke auch diverse künstlerische und soziale Projekte.

DIE WIRTSCHAFT: Was wollt ihr mit dem Zappes Bio-Pils, den sozialen Projekten und der Kunst alles erreichen?

Maximilian Koeser: Jeden Morgen um 7.30 Uhr bieten wir ein Sportprogramm auf den Grüngürtelwiesen an. Zudem gibt es samstags das Radfahren, an dem 300 Leute teilnehmen. Wir haben eine Laufgruppe und auch eine Comedygruppe, bei der sich die Comedians ausprobieren und ihre Inhalte testen können. Zweimal im Jahr gibt es das Zappes Reisen, da machen 70 Leute mit, im September fahren wir nach Portugal. Bier ist für uns das soziale Schmiermittel für Leute, die eine gute Zeit haben wollen. Das meiste ist umsonst. Bei ein paar Sachen wie den Reisen muss man sich anmelden. Die Infos dazu stehen alle auf der Webseite. Beim Sport sind es alles erfahrene Coaches, die das leiten. Sie bekommen andere Benefits, wir bezahlen diese nicht, sie machen das freiwillig. Ansonsten haben wir eigene Ausstellungen von Künstlern, wir bieten diesen Platz, sich zu zeigen. Diese werden aufgehängt entweder in der Bar in der Roonstraße 71, Ecke Moltkestraße in Köln, aber auch regelmäßig woanders, wie in Galerien, Ausstellungsräumen und anderen Bars. Wir sind offen für vieles, ich würde nicht, sagen wir, alles nehmen, aber viele können mitmachen, man kann uns einfach anschreiben. Das Ganze geschieht mit dem Ziel, Köln ein bisschen schöner zu machen. Die Kunst wird auch gekauft und ist zu ganz verschiedenen Preisen erhältlich. Wir haben uns gedacht, wir machen mit dem Zappes Bio-Pils ein schönes Angebot für alle, die gerne Pils trinken im Rheinland. In Köln trinken natürlich viele Kölsch, aber viele, die nach Köln kommen, kommen zum Studieren und Arbeiten nach Köln, die Pilstrinker sind. Für die, aber nicht nur für die machen wir das Pils.

DIE WIRTSCHAFT: Wofür steht das bunte Logo?

Maximilian Koeser: Das Logo ist eine stilisierte Ähre der Malzpflanze Gerste – Malz in der Naturform. Das Logo ist bunt wie Köln, wobei nur die Grundfarben drin sind, und wie beim Bier gibt es drei Zutatensorten, also auch drei Farben im Logo. Es steht dafür, dass Köln offen und bunt ist.

DIE WIRTSCHAFT: Hattet ihr schon einmal Probleme mit Leuten in der Bar, die dieser Gesinnung nicht gleich kommen?

Maximilian Koeser: Wir haben das Glück, dass wir ein offenes und friedfertiges Publikum bei uns in der Bar haben.

DIE WIRTSCHAFT: Was habt ihr für 2023 und 2024 noch vor?

Maximilian Koeser: Wir werden dieses Jahr drei Jahre alt. Wir freuen uns riesig, dass wir in den Lebensmitteleinzelhandel eingetreten sind mit Rewe und Edeka. Wir fahren im September wie gesagt nach Portugal mit Zappes Reisen. Und unsere Sportgruppe wird bei „Rund um Köln“ auftreten, das wird auch eine große Sache. Wir haben zudem ein neues Produkt, das es bislang nur in der Bar zu kriegen gab. Es heißt Kölsches Koks und ist ein Kaffeelikör. Seit April gibt es diesen online und in ausgewählten Shops. Die Flasche, 0,5 Liter, kostet dabei 20 Euro.

(Karoline Sielski)

Bildquellen

  • pexels-alex-knight-2599245: Foto von Alex Knight: https://www.pexels.com/de-de/foto/foto-von-beer-neon-signage-2599245/

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