Interview mit Jörg Rindsfüßer

Karriere mit Haltung

by Redaktion
Jörg Rindsfüßer im InterviewBildquelle Alex Weis

Der Vorsitzende der Geschäftsleitung Mercedes-Benz des Niederlassungsverbundes Rheinland arbeitet seit mehr als 30 Jahren für die Mercedes-Benz AG und ist nach wie vor von ihren Produkten fasziniert. Mit nur 28 Jahren war er bereits für 70 Mitarbeitende verantwortlich. Im Interview mit Die Wirtschaft erzählt er u. a. von seinem steilen Karriereweg innerhalb des Unternehmens, über seinen Führungsstil und stellt die Besonderheiten des Mercedes-Benz Autohauses in Frechen vor.

Die Wirtschaft: Können Sie sich noch an den Moment erinnern, in dem Ihre Leidenschaft für Autos entstanden ist? Was hat sie ausgelöst?

Jörg Rindsfüßer: Tatsächlich war Mercedes für mich von klein auf allgegenwärtig, da mein Vater immer Fahrzeuge dieser Marke fuhr. Besonders prägend war für mich der Moment, als wir in den 1980er-Jahren gemeinsam seine E-Klasse, einen 200 D, direkt im Werk abgeholt haben. Die anschließende Werksführung hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen; ich war sehr beeindruckt.

Die Wirtschaft: Waren Sie als Kind jemand, der mit Spielzeugautos und Straßenverkehrsteppichen gespielt hat – oder wie haben Sie diese frühe Begeisterung ausgelebt, bevor echte Autos eine Rolle spielten?

Jörg Rindsfüßer: Definitiv, meine Begeisterung für Autos war immer da: Ich hatte eine große Sammlung von Modellautos sowie ein eigenes „Parkhaus“, das für meine Freunde und mich ein besonderes Highlight war. Besonders beliebt war damals auch das Autoquartett – der Porsche Turbo war die beste Karte. Später kamen Carrera-Rennbahnen und ferngesteuerte Fahrzeuge hinzu. Das Thema Auto hat mich immer begleitet.

Die Wirtschaft: Was fasziniert Sie bis heute an den Produkten, die Ihren Berufsalltag prägen?

Jörg Rindsfüßer: Ich glaube, dass das sehr vielschichtig ist. Das Design nimmt für mich einen hohen Stellenwert ein: Einige Modelle, wie etwa die G-Klasse, sind regelrechte Ikonen.
Auch die technischen Innovationen begeistern mich immer wieder: Die Bandbreite bei z. B. den Antrieben reicht von dynamischen V8-Motoren aus dem Hause AMG bis hin zu hochmodernen Elektromotoren, die mit beeindruckender Agilität überzeugen. Die Entwicklungen im Bereich Digitalisierung, Sprachsteuerung und Assistenzsysteme haben in den letzten Jahren einen enormen Sprung gemacht – es ist erstaunlich, was ein Fahrzeug heute bieten kann.
Am Ende ist es jedoch das Gefühl, das zählt: Für mich bleibt es jedes Mal ein besonderes Erlebnis, ins Auto zu steigen und sich darin wie „zu Hause“ zu fühlen.

Drei bis vier verschiedene Dienstwagen pro Jahr

Die Wirtschaft: Wie oft wechseln Sie Ihr eigenes Auto – sind Sie jemand, der neue Technologien sofort selbst ausprobieren möchte?

Jörg Rindsfüßer: Da ich beruflich viel unterwegs bin, tausche ich meinen Dienstwagen üblicherweise drei- bis viermal im Jahr. Manchmal habe ich auch die Gelegenheit, einen Mercedes-AMG einzufahren, was immer wieder besonders ist.
Was innovative Technologien betrifft, halte ich es für essenziell, diese eigenständig zu testen und zu erleben. Ein gutes Beispiel dafür ist das System „Distronic“, der Abstandsregelautomat, der insbesondere auf längeren Autobahnfahrten erheblich zur Sicherheit und zum Komfort beiträgt. Auch das Thema vollelektrisches Fahren lässt sich aus meiner Sicht erst wirklich bewerten, wenn man selbst ein BEV – also ein batterieelektrisches Fahrzeug – über mehrere Monate gefahren hat.

Die Wirtschaft: Sie haben Ihr Traineeprogramm in den 90er-Jahren bei Mercedes absolviert. War Ihnen damals schon klar, dass für Sie kein anderer Arbeitgeber infrage kommt?

Jörg Rindsfüßer: Tatsächlich habe ich mich damals bei einigen, sehr unterschiedlichen Unternehmen beworben. Mercedes-Benz war die einzige Automobilmarke unter meinen Optionen – und letztlich habe ich mich auch dafür entschieden. Ausschlaggebend waren zum einen meine große Leidenschaft für Autos und Mercedes, zum anderen hat mich das äußerst professionelle und wertschätzende Auswahlverfahren beeindruckt. Diese Kombination hat für mich den Ausschlag gegeben.

Die Wirtschaft: Sie sind seit über 30 Jahren im selben Unternehmen – eine Seltenheit in der heutigen Arbeitswelt. Haben Sie nie darüber nachgedacht, einmal „in den Nachbargarten“ zu schauen?

Jörg Rindsfüßer: Ehrlich gesagt habe ich meine verschiedenen Tätigkeiten stets mit großer Freude und Engagement wahrgenommen, was mich sowohl persönlich als auch fachlich immer wieder gefordert hat. Daher bestand für mich kein Anlass, das Unternehmen zu verlassen. Hinzu kommt, dass mich unser Produkt nach wie vor fasziniert – und gerade diese Faszination macht es umso schwerer, einen Wechsel in Erwägung zu ziehen.

Das neue Verkaufshaus für Mercedes-Benz Pkw und smart Modelle in der Alfred-Nobel-Straße 2 in Frechen Bildquelle Mercedes-Benz AG

Das neue Verkaufshaus für Mercedes-Benz Pkw und smart Modelle in der Alfred-Nobel-Straße 2 in Frechen

„Mitarbeitende erfolgreich machen“

Die Wirtschaft: Bereits Ihre zweite Position nach dem Trainee war eine Führungsrolle. Was hat Ihren schnellen Aufstieg ermöglicht?

Jörg Rindsfüßer: Ein Zitat, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, lautet: „Glück ist das Zusammentreffen von Vorbereitung und Gelegenheit.“ Diese Aussage beschreibt meinen Werdegang sehr treffend. Nach dem Abschluss meines Studiums und der Traineephase begann ich zunächst im Marketing, habe jedoch parallel immer darauf geachtet, erste Führungserfahrungen zu sammeln – beispielsweise durch die Betreuung von Auszubildenden und Praktikanten. Zudem habe ich verschiedene Projekte geleitet, was mir ein erstes Gespür für die Anforderungen an Führung verschafft hat. Kurz darauf ergab sich eine passende Gelegenheit: Eine Führungsposition an einem anderen Standort wurde frei. Nach einem sehr gelungenen Auswahlverfahren erhielt ich die Chance, diese Rolle zu übernehmen – und so war ich mit 28 Jahren, vergleichsweise jung, bereits für ein Team von 70 Mitarbeitenden verantwortlich.

Die Wirtschaft: Welche Eigenschaften sind aus Ihrer Sicht für Führungskräfte in Ihrer Branche heute unverzichtbar und warum?

Jörg Rindsfüßer: Im Kern zählen – aus meiner Sicht branchenübergreifend – die klassischen Führungsqualitäten: Eine Führungskraft sollte authentisch auftreten, berechenbar agieren und offen kommunizieren. Besonders wichtig ist es, klare Ziele zu formulieren und gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern daran zu arbeiten, diese zu erreichen. Für mich bedeutet Führung vor allem „Mitarbeitende erfolgreich machen“, also insbesondere die Entwicklung der Mitarbeitenden zu fördern. Das ist der Aspekt, der mich antreibt – und daher würde ich keine Position anstreben, die keinen Bezug zu Führung hat.

Die Wirtschaft: Sie waren fast 22 Jahre Leiter Betriebswirtschaft und Controlling in Köln. Seit 2022 verantworten Sie den Servicebereich – ein deutlicher Perspektivwechsel. Welche neuen Herausforderungen haben Sie dort kennengelernt?

Jörg Rindsfüßer: Der Wechsel in den Servicebereich war für mich sowohl spannend als auch in gewisser Weise untypisch. Zu Beginn begegneten mir die Kolleginnen und Kollegen im Service durchaus mit einer gewissen Skepsis – verständlicherweise stellten sie sich die Frage, ob nun jemand kommt, der ausschließlich auf Effizienzsteigerung und die Erfüllung von KPIs fokussiert ist. Daher war es mir ein großes Anliegen, diese Aspekte von Anfang an offen anzusprechen und Transparenz zu schaffen. Inzwischen hat sich eine sehr konstruktive Zusammenarbeit entwickelt. Ich konnte wertvolle Einblicke in den Bereich Aftersales gewinnen, während es dem operativen Geschäft sichtlich helfen kann, wenn klare Strukturen und Prozesse etabliert werden und wir uns an definierten Kennzahlen orientieren. Rückblickend lässt sich definitiv festhalten: Ein fundiertes Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und Controlling bildet eine ausgezeichnete Grundlage, um auch im operativen Geschäft erfolgreich agieren zu können.

Aufmerksam beobachten

Die Wirtschaft: Seit Januar dieses Jahres sind Sie Vorsitzender der Geschäftsleitung. War das ein langfristiges Ziel – oder hat sich diese Entwicklung organisch ergeben?

Jörg Rindsfüßer: Bereits vor fünf Jahren war es für mich ein bedeutender Meilenstein, als ich – damals noch in der Funktion als Leiter Finanzen – in die Geschäftsleitung berufen wurde. Nun habe ich Anfang dieses Jahres die Möglichkeit erhalten, die Nachfolge von Matthias Hindemith anzutreten, der die Niederlassung viele Jahre sehr erfolgreich geführt hat und Ende 2025 in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist. Insofern war es auch hier wieder eine Kombination von Vorbereitung und Gelegenheit.

Die Wirtschaft: Mit welchen Ambitionen und Zielen haben Sie diese neue Rolle übernommen? Was möchten Sie in den kommenden Jahren gestalten?

Jörg Rindsfüßer:  Wenn man eine neue Position übernimmt, ist es aus meiner Sicht ratsam, zunächst aufmerksam zu beobachten und sich mit Bewertungen zurückzuhalten. In den ersten Wochen habe ich gezielt den Kontakt zu allen Führungskräften gesucht, um zahlreiche Themen und Ideen aufzunehmen, die wir anschließend in der Geschäftsleitung gebündelt und strukturiert haben.
Im Zuge dessen haben wir diverse Schwerpunkte identifiziert: So konnten wir im vergangenen Jahr unsere umfangreichen Umbauprojekte in Pulheim und Porz sowie unseren Neubau in Frechen weitgehend abschließen und arbeiten nun daran, die letzten Detailprozesse zu optimieren. Das neue Verkaufshaus in Frechen sowie der modernisierte Servicebetrieb in Pulheim-Brauweiler stoßen auf eine äußerst positive Resonanz bei unseren Kunden. Unser Gebrauchtwagenzentrum in Porz ist nahezu fertig und bietet ebenfalls ein einmaliges Kundenerlebnis.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Automobilsektor sind aktuell herausfordernd – und das betrifft nicht nur die Hersteller, sondern gleichermaßen den Handel und die Werkstätten. Unser Fokus liegt daher weiterhin darauf, optimale Kundenzufriedenheit mit Effizienz, Digitalisierung und schlanken Prozessen zu verbinden. Wir werden unser Dienstleistungsangebot noch gezielter an die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden anpassen. Zum Beispiel hat der Kunde bei uns im Service alle Möglichkeiten: Er kann mit seinem Fahrzeug zu uns in die Werkstatt kommen, wir holen das Fahrzeug auch gerne zu Hause ab und bringen es geservicet wieder – oder wir bieten Mobile Service für Elektrofahrzeuge an, der vor Ort bei unseren Kundinnen und Kunden stattfinden kann.

Autohaus Frechen – einer der modernsten Standorte von Mercedes-Benz

Die Wirtschaft: Nach mehr als zwei Jahrzehnten in Köln sind Sie nun in Frechen tätig. Der neue Standort ist klimaneutral gebaut und benötigt keine zusätzlichen fossilen Energien. Welche Technologien machen das möglich?

Jörg Rindsfüßer: Die Kälte- und Wärmeversorgung erfolgt über reversible Luft-Wärme-Pumpen, die auf den Dächern angeordnet sind. Zur Eigenenergieerzeugung haben wir eine PV-Anlage mit ca. 160 kWp auf dem Verkaufsgebäude angeordnet. Zusammen mit der energetisch optimierten Gebäudehülle kann so der Eigenenergiebedarf im Gebäudebetrieb durch die Eigenenergieerzeugung gedeckt werden. Es handelt sich um ein „Net-Zero Gebäude“ mit einem Jahresenergiebedarf von ca. 31 kWh/m2a. Damit liegen wir 50 Prozent unter den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes.

Neueste Standards

Die Wirtschaft: Welche weiteren Neuerungen bietet Frechen im Vergleich zu dem bisherigen Standort in Köln?

Jörg Rindsfüßer: Unser Autohaus wurde nach den neuesten Standards von Mercedes-Benz errichtet und zählt aktuell zu den modernsten Standorten im gesamten Mercedes-Benz Netzwerk. Im direkten Vergleich zum bisherigen Standort an der Mercedes-Allee präsentiert sich unser Haus deutlich kompakter, moderner und digitaler. Ich persönlich mag die angenehme und einladende Atmosphäre. Besonders hervorzuheben ist die sogenannte TEC-Fläche: Hier stellen wir unsere exklusiven Modelle wie Maybach, Mercedes-AMG und G-Klasse aus und bieten unseren Kunden einen besonderen Einblick in die High-End-Welt von Mercedes-Benz. Ergänzt wird das Angebot durch das „Manufaktur-Studio“. Dort haben Kunden die Möglichkeit, aus einer Auswahl von über 200 Farben und zahlreichen Stoffen und Ledervarianten ihr Fahrzeug individuell zu konfigurieren – für ein einzigartiges und maßgeschneidertes Fahrzeug.

Die Wirtschaft: Die Neuwagenübergabe soll ein besonderes Erlebnis bieten. Wie sieht dieser Service konkret aus – und was unterscheidet ihn von anderen Standorten?

Jörg Rindsfüßer: Unser Auslieferbereich hebt sich durch seine Gestaltung deutlich von anderen Standorten ab. Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ihr neues Fahrzeug in zwei großzügigen Lounges in einer besonders persönlichen Atmosphäre entgegenzunehmen. Alternativ kann die Übergabe auch in einem speziell konzipierten Bereich erfolgen, der durch individuelle Beleuchtung und eine exklusive Präsentation des Fahrzeugs überzeugt. Ein besonderes Highlight ist dabei der „schwebende“ Schlüssel, den wir erstmals zum Einsatz bringen – ein weiteres Element, das die Fahrzeugübernahme zu einem außergewöhnlichen Erlebnis macht.

Mercedes Benz in FrechenBildquelle Jens Pussel

Mercedes Benz in Frechen

Klarer Trend zur Elektromobilität

Die Wirtschaft: Welche Produktgruppen werden in Frechen angeboten? Liegt der Fokus – passend zum nachhaltigen Gebäudekonzept – verstärkt auf E-Mobilität?

Jörg Rindsfüßer: In unserem Autohaus führen wir das gesamte Portfolio der Mercedes-Benz Pkw sowie smart Neuwagen-Modelle. Besonders hervorzuheben ist, dass der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge weiter deutlich steigen wird – unter anderem dank der sehr erfolgreichen vollelektrischen Modelle CLA, GLB und GLC, die am Markt ausgesprochen gut ankommen.

Die Wirtschaft: Wie bewerten Sie die Zukunft der E-Mobilität – auch vor dem Hintergrund wechselnder politischer Rahmenbedingungen und Förderungen?

Jörg Rindsfüßer: Meiner Ansicht nach wird sich die Mobilität in Zukunft primär in Richtung Elektromobilität entwickeln. Wir verfügen inzwischen über Fahrzeuge, die Reichweiten von 700 bis 800 Kilometern erzielen und dabei mit z. T. lediglich 12 kWh pro 100 Kilometer äußerst effizient sind. Die Förderbedingungen sind in der Tat in den letzten Jahren immer wieder verändert worden, was bei den Kundinnen und Kunden teilweise Unsicherheit hervorruft.
Dennoch ist der Trend klar: Die vollelektrische Mobilität setzt sich durch. Ich bin jedoch überzeugt, dass der Verbrennungsmotor – wenn auch in speziellen Nischen – weiterhin eine Rolle spielen wird.

Die Wirtschaft: Wie schätzen Sie die elektromobile Infrastruktur im Kölner Raum ein? Wo sehen Sie Stärken, wo besteht Verbesserungsbedarf – und warum?

Jörg Rindsfüßer: Einerseits beobachten wir einen kontinuierlichen Ausbau von Ladestationen, insbesondere im Bereich der Schnelllader, was die Alltagstauglichkeit für E-Fahrzeuge zunehmend verbessert. Andererseits existieren jedoch nach wie vor Gebiete, in denen das Angebot an Ladeinfrastruktur noch deutlich ausgebaut werden sollte. Gerade vor dem Hintergrund des bevorstehenden Wachstums der vollelektrischen Fahrzeugflotte wird die Nachfrage nach Lademöglichkeiten in den kommenden Jahren spürbar steigen. Besonders interessant wird sein, wie das bestehende Stromnetz die künftig erheblich höheren Strommengen aufnehmen und verteilen kann.

Anspruchsvolles Wettbewerbsumfeld

Die Wirtschaft: Die Automobilbranche befindet sich im Wandel, nicht zuletzt durch wachsende Konkurrenz aus Asien. Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit die deutsche Automobilindustrie international wettbewerbsfähig bleibt?

Jörg Rindsfüßer: Das Wettbewerbsumfeld ist zweifellos äußerst anspruchsvoll. Gerade angesichts des klaren Trends zur Elektromobilität steht die deutsche Automobilindustrie vor einer enormen Transformation, zumal ihre langjährige Technologieführerschaft bislang vor allem im Bereich der Verbrennungsmotoren lag. Dennoch können wir immer wieder bedeutende Erfolge verzeichnen: Der neue vollelektrische CLA beispielsweise wurde im Auto-Motor-Sport-Test zum besten jemals getesteten Fahrzeug gekürt – ein Beleg dafür, dass wir durchaus in der Lage sind, im internationalen Vergleich Maßstäbe zu setzen. Auch den neuen elektrischen VLE möchte ich hier nennen, der das Segment „Luxus-Van“ völlig neu definieren wird. Damit die deutsche Automobilindustrie auch künftig wettbewerbsfähig bleibt, ist es entscheidend, Produkte mit klaren Alleinstellungsmerkmalen zu entwickeln – sei es im Design oder durch technologische Innovationen.

Karnevalist und seit 25 Jahren

Die Wirtschaft: Gibt es technologische oder gestalterische Neuerungen, die Mercedes-Benz in den kommenden Jahren plant und über die Sie bereits sprechen dürfen?

Jörg Rindsfüßer: Vor einigen Wochen hatte ich die Möglichkeit, am Produktforum der Mercedes-Benz AG teilzunehmen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden innovative Produkte vorgestellt, deren Markteinführung in den kommenden Jahren geplant ist. Auch wenn ich an dieser Stelle noch keine konkreten Details nennen kann, lässt sich bereits jetzt sagen: Es erwarten uns äußerst attraktive Neuheiten, die zweifellos überzeugen werden.

Die Wirtschaft: Die Prinzen-Garde Köln hat Anfang des Jahres Fahrzeuge von Ihnen übernommen – eine Kooperation, die seit 48 Jahren besteht. Welche Bedeutung hat der Karneval für Ihr Unternehmen und für Sie persönlich?

Jörg Rindsfüßer: Karneval und Köln – das ist eine untrennbare Verbindung und prägt das Lebensgefühl dieser Stadt maßgeblich. Für unsere Niederlassung hat der Karneval daher einen hohen Stellenwert. Die jahrelangen Kooperationen mit der Prinzen-Garde Köln sowie mit der Prinzen-Garde Frechen sind für uns ein besonders gelungenes Beispiel für diese enge Verbundenheit und Tradition.
Persönlich bin ich ein begeisterter Karnevalist und seit nunmehr 25 Jahren jedes Jahr bei der „Lachenden Kölnarena“ sowie beim Rosenmontagszug – als Zuschauer und in unterschiedlichsten Kostümen – dabei.

Die Wirtschaft: Was stimmt Sie persönlich zuversichtlich, dass Sie dieser Branche – und Mercedes-Benz – auch in Zukunft treu bleiben werden?

Jörg Rindsfüßer: Ich bin überzeugt davon, dass herausragende Leistungen vor allem dann entstehen, wenn man seine Aufgaben mit echter Leidenschaft verfolgt. Diese Motivation begleitet mich seit vielen Jahren und hat sogar noch zugenommen. Solange mir diese Begeisterung erhalten bleibt, blicke ich voller Zuversicht auf meine weitere Zukunft in der Automobilbranche und bei Mercedes-Benz.


Jana Leckel

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