Köln gehört zu den digitalen Vorreitern

Der neue Digitale-Vorreiter-Index (DVI)

by Redaktion
Köln gehört zu den digitalen VorreiternBildquelle Foto von Conny Schneider auf Unsplash

Die unabhängige IW Consult, als Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hat einen neuen Digitale-Vorreiter-Index (DVI) entwickelt. Alle deutschen Firmen werden auf einer Webseite vom Index erfasst und semantisch analysiert. Auf 2,5 Millionen relevanten Webseiten soll so nach 200 eindeutigen Begriffen gesucht werden, die auf die Verwendung fortgeschrittener digitaler Technologien hinweisen. Köln ist demnach eine der deutschen Städte mit besonders vielen digitalen Vorreitern.

Die digitale Transformation schreitet immer weiter voran. Diejenigen Unternehmen und Institutionen, die neue Technologien anwenden oder gar entwickeln, gehören zu Vorreitern im digitalen Wandel. Sie sind Ideengeber, Motivator sowie Einflussfaktor und treiben Innovationen voran.

Digitale-Vorreiter-Standorte

Die IW Consult kann mit dem neuen Digitale-Vorreiter-Index (DVI) ermitteln, welche Standorte in Deutschland besonders viele digitale Vorreiter aufweisen. Bei einem Wert von über 4,7 Prozent sei die Dichte an digitalen Vorreitern in einer Stadt oder einem Kreis besonders hoch. Spitzenreiter in Deutschland ist Heidelberg mit 8,1 Prozent, auf Platz 2 liegt der Landkreis München mit 8 Prozent. Auf Platz 3 findet sich Frankfurt am Main mit 7,8 Prozent. Stuttgart weist 6,9 Prozent auf und Düsseldorf 6,6 Prozent. Berlin liegt bei 5,8 Prozent, Hamburg bei 5,7 Prozent. Köln gehört mit 5,5 Prozent zu den Städten mit einer hohen Dichte an digitalen Vorreitern. Dies könnte an App-Entwicklern, Cloud-Anbietern, Online-Händlern und mehr liegen. Die besten Werte für ein Bundesland im Schnitt weist Baden-Württemberg auf, auch NRW, Hessen und Bayern haben im Schnitt gute Werte. Im Osten Deutschlands sind die meisten Gebiete mit der geringsten Dichte unter 1,8 Prozent vertreten.

Das Stadt-Land-Gefälle und die Rolle der Hochschulen

Generell gibt es ein Stadt-Land-Gefälle in Deutschland im Hinblick auf digitale Vorreiter. In Metropolen und Großstädten sind tendenziell mehr digitale Startups zu finden. Diese arbeiten auch mit Großunternehmen oder Hochschulen zusammen, sodass sich Synergien und Ausstrahlungseffekte zeigen würden. Auch Universitätsstädte seien bedeutend, wie eben Heidelberg. Das bedeute, dass digitale Vorreiter auch von Institutionen geprägt seien, welche Wissen, Infrastruktur und Netzwerke bereitstellen. Hochschulen und Forschungseinrichtungen seien demnach ein wichtiger Teil digitaler Innovationsnetzwerke, die Impulsgeber für die Wirtschaft sind.

Wie funktioniert der DVI

Die IW Consult arbeitet empirisch, auf Grundlage von Daten werden Fortschritte in der Digitalisierung gemessen. Dem DVI zu Grunde liegt eine anonymisierte, websitebasierte, semantische Analyse. Es gibt dabei Wortwolken zu fortgeschrittenen Technologie-Begriffen, wie Embedded Systems, Predictive Analytics, 3D-Labor, KI, Process Mining, Neuromorphic Computing, Sprach- und Gestensteuerung und mehr.

Klassifizierung und Genauigkeit der Methodik

„Werden auf einer Website Begriffe aus mindestens zwei Wortwolken getroffen, wird das Unternehmen als digitaler Vorreiter klassifiziert. Durch diese Methodik werden nur jene Unternehmen erfasst, die digitale Technologien nicht bloß in ihrer Routinearbeit nutzen, sondern bei denen die Technologien einen integralen Bestandteil der Produkte beziehungsweise des Geschäftsmodells darstellen. In einer Untersuchungsgruppe (beispielsweise Region, Branche) gibt der Index den Anteil digitaler Vorreiter an allen Unternehmen wieder. Dank seiner großen Abdeckung ermöglicht der DVI hochgradig granulare Analysen fortgeschrittener Digitalisierung auf Regional-, Technologie- und Branchenebene“, so die IW Consult.

Die Wortwolken sollen mittels händischer Evaluationen auf ihre Treffergenauigkeit hin optimiert sein. Im Resultat weise der Index keine systematischen Verzerrungen auf. Er sei statistisch hoch signifikant korreliert mit Befragungsergebnissen zur Digitalisierung von Unternehmen sowie regionalen Digitalisierungsindikatoren, wie der digitalen Startup- oder Patentdichte, dem KI-Automatisierungspotenzial oder der Breitbandverfügbarkeit.


Karoline Sielski

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