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Nachfolgerticket gefunden

Schon im Januar soll es das 49-Euro-Ticket geben

by Redaktion

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Kalthöfer

Nun steht es fest. Das 9-Euro-Ticket, mit dem im Sommer drei Monate lang die Nahverkehrsmittel bundesweit genutzt werden konnten, bekommt einen Nachfolger. Geplant ist ein monatliches Nahverkehrsticket für 49 Euro.

Es war ein absoluter Erfolg: das 9-Euro-Ticket. Es wurde zwischen Juli, August und September etwa 52 Millionen Mal verkauft. Es war erschwinglich, es bot auch vielen, die sich Tickets für längere Strecken kaum oder gar nicht leisten konnten, neue Möglichkeiten. Und auch, wenn die Züge oft noch voller waren, als sie es sowieso schon häufig sind, war die Resonanz sehr positiv. Der Wunsch der Bevölkerung nach einem Nachfolger war schnell groß.

„Ich freue mich, dass der Weg frei ist für ein einfaches, deutschlandweit gültiges papierloses Ticket. Ziel ist es, das Ticket nun so schnell wie möglich einzuführen – möglichst noch zum Jahreswechsel. Wir haben heute alle wesentlichen Fragen klären können. Ein Nachfolgeticket wird zu einem enormen Modernisierungsschub führen und uns helfen, viele Menschen für den ÖPNV zu begeistern und Fahrgäste zurückzugewinnen. Wir überwinden die komplexen Tarifstrukturen. Der spontane Umstieg wird so leicht wie noch nie. Für mich ist klar: Einfach ist besser. Deshalb habe ich die Initiative für ein Nachfolgeticket ergriffen. Ich freue mich, dass wir heute im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu einer Einigung kommen konnten. Ich bin zuversichtlich, dass auch die MPK zu einer guten Gesamtlösung kommen wird. Die heutige Verständigung ist wahrscheinlich die größte Reform für den ÖPNV überhaupt“, sagt Bundesverkehrsminister Volker Wissing.

Zum 1. Januar 2023 soll ein neues bundesweit gültiges Monatsticket für Busse und Bahnen im Nahverkehr eingeführt werden. Es könnte aber auch noch etwas länger dauern. Denn der Starttermin zum Jahresbeginn sei der „Optimalfall“. Zumindest ist dies der Plan des Bundeswirtschaftsministeriums. Für Reisen mit Fernverkehrszügen wie ICE, IC oder EC müssen weiterhin Fahrscheine gelöst werden. Anders als beim 9-Euro-Ticket soll es sich beim neuen 49-Euro-Ticket um ein Ticket im Abonnement handeln, was aber monatlich kündbar sein soll. Das dreimonatige Nahverkehrsmittel, das im Rahmen des Entlastungspakets des Bundes gefördert wurde, musste jeden Monat erneut gekauft werden.

Eine Frage der Finanzierung

In den drei Monaten, in denen das 9-Euro-Ticket verfügbar war und über 52 Millionen Mal verkauft wurde, trug der Bund die Mehrkosten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Mit dem neuen Nahverkehrsticket wird mit zusätzlichen Kosten in Höhe von drei Milliarden Euro jährlich gerechnet. Die Bundesregierung möchte, dass sich die Länder an den Kosten beteiligen. Im Rahmen des Bund-Länder-Treffens konnte eine Einigung erzielt werden. Die jährlichen Mehrkosten werden aufgeteilt. Zweifel am geplanten Starttermin mit Jahresbeginn 2023 äußern hingegen viele Verkehrsverbünde. „Das Deutschlandticket bedeutet einen Paradigmenwechsel für mehr klimafreundliche Mobilität in unserem Land und wir begrüßen, dass sowohl Bund und Länder ihre finanzielle Verantwortung in einem höheren Maße wahrnehmen wollen. Verkehrsunternehmen und -verbünde werden alles daransetzen, diesen Beschluss so schnell wie möglich umzusetzen, allerdings ist klar, dass der 1. Januar nicht zu halten sein wird, da entscheidende Fragen unbeantwortet geblieben sind. Diese offenen Punkte führen auch dazu, dass das Ticket zunächst nicht überall in digitaler Form kommen kann“, sagt Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer im Verband Deutscher Verkehrsunternehmer (VDV). Er fügt hinzu: „Der Bund stellt für das Deutschlandticket ab 2023 jährlich 1,5 Milliarden Euro für den Verlustausgleich zur Verfügung und die Länder beteiligen sich in gleicher Höhe. Das Risiko eines höheren Verlustes sowie die erforderlichen Anlaufinvestitionen sind ins unternehmerische Risiko der Unternehmen verschoben, das geht nicht. Völlig unberücksichtigt geblieben sind auch die pandemiebedingten Verluste und die hohen Anlaufverluste. Auch die monatliche Kündbarkeit führt zu erheblichen Einnahmerisiken, die den Kompensationsbedarf erhöhen.“

(Christian Esser)

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