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Verkehr in Köln: Ein einziges Chaos – Wie sieht eine Lösung aus?

Kölner Verkehrsknoten Schiene benötigt moderne Infrastruktur

Auch Kölner Verkehrsknoten Schiene benötigt moderne Infrastruktur - copyright: pixabay.com
Auch Kölner Verkehrsknoten Schiene benötigt moderne Infrastruktur
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Dass die Ertüchtigung des Verkehrsträgers Schiene zwingend erforderlich ist, bestätigt Holger Klein, Pressesprecher der Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH. Zuwachsraten von 4 bis 5 Prozent bei den Fahrgastzahlen sind natürlich erfreulich, die daraus resultierenden überfüllten Züge sind es eher nicht.

Das Nahverkehrssystem ist an seiner Belastungsgrenze angekommen. “Ohne die dringend benötigte Modernisierung der Infrastruktur werden wir im Rheinland das Fahrgastaufkommen kaum mehr bewältigen können. Wir würden gerne im Berufsverkehr zusätzliche Züge einsetzen – dies ist aber wegen der Belastung des Schienennetzes nicht mehr möglich”, erläutert Holger Klein. Für eine zusätzliche Taktung der Züge fehlen Zeit und Platz auf den Schienen. Auch auf der Schiene stehen die Züge im Stau – nur sieht man das nicht so deutlich wie bei den Autos auf der Straße.

Bahnsteiglängen begrenzen auch die Zuglängen

Überfüllte Züge sind ein Ärgernis, Lösungen zu finden braucht Kreativität. Einfach einen Wagen mehr ankoppeln? Das ist nur bedingt möglich, weil die Bahnsteiglängen auch die Zuglängen begrenzen. Besser ist da schon der Einsatz von zusätzlichen Doppelstockfahrzeugen wie auf der Strecke des RE 9 zwischen Aachen und Siegen oder der Einbau von neun Mittelteilen bei Zügen des Kölner Dieselnetzes. Dadurch konnte die Kapazität von 180 auf 300 Sitzplätze pro Zug erhöht werden. „Eine kleine Maßnahme zur Verbesserung der Kapazität ist die Aufhebung der 1. Klasse in den S-Bahnen 12, 13 und 19 in diesem Jahr. Durch die Freigabe auch für Fahrgäste mit 2.-Klasse-Ticket konnte eine geringe Anzahl von Sitzplätzen generiert werden“, schildert der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Schienenfachmann eine weitere Maßnahme, die allerdings dem berühmten Tropfen auf dem heißen Stein gleichkommt.

Bereits vor über zwei Jahren wurde unter dem Titel “Köln mobil 2025” ein Strategiepapier vorgestellt, welches “zehn Leitziele für die künftige Verkehrsentwicklung in Köln” beinhaltet. Unter Punkt 6 heißt es: “Wir wollen die Angebote der S-Bahn, der Stadtbahn und der Bus-Linien als Rückgrat unserer Mobilität weiter ausbauen.”

Engpass Köln Hauptbahnhof - copyright: pixabay.com
Engpass Köln Hauptbahnhof
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Die Engpasssituation im Kölner Bahnknoten entsteht, weil sich rund um die Stadt die Güter-, Hochgeschwindigkeits- und Nahverkehrs-Züge sowie S-Bahnen immer wieder die Gleise teilen. Verspätungen in einem der drei Schienensysteme schlagen sofort auf die anderen durch. Ein Meilenstein zur Verbesserung der Infrastruktur wurde im September gesetzt. Mit Unterzeichnung der Planungsvereinbarung für den Ausbau der S 11 zwischen der DB Netz AG, DB Station&Service AG, dem NRW-Verkehrsministerium und dem Nahverkehr Rheinland (NVR) wurde ein zukunftsfähiges Stück Mobilität in die Wege geleitet. “Damit verbunden ist die Erweiterung des Hauptbahnhofes und des Bahnhofs Köln-Deutz um zwei weitere S-Bahn-Gleise”, so Holger Klein. Der ganz große Wurf zu einer deutlichen Verbesserung im Personentransport ist die Einführung des Rhein-Ruhr-Express, kurz RRX. Sieben Linien sollen die wichtigen Städte an Rhein und Ruhr im 15-Minuten-Takt bedienen. Fünf dieser Linien machen übrigens halt in Köln-Hauptbahnhof. Der Vorlaufbetrieb startet im Dezember 2018, komplette Fertigstellung bis 2030.

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