Brennpunkt USA – Partner oder Rivale?

DIE FAMILIENUNTERNEHMER bei GEDORE im Bergischen Land

by Diana Pohl
v. l. n. r.: Dr. Christian Dowidat, Karen Dowidat, geschäftsführende Gesellschafterin GEDORE Werkzeugfabrik GmbH & Co. KG, Dr. Juliane Kronen, Martina Grünewald-Ernst und Lothar GrünewaldBildquelle DIE FAMILIENUNTERNEHMER

Im Rahmen der Veranstaltung „Brennpunkt USA – Partner oder Rivale?“ in den beeindruckenden Räumlichkeiten der GEDORE Werkzeugfabrik GmbH & Co. KG in Remscheid gab Gastredner und Amerika-Experte Dr. Andrew Denison eine fundierte Analyse der aktuellen Situation in den USA und deren Auswirkungen auf den Mittelstand und lieferte wichtige Denkanstöße.

Der US-amerikanische in Deutschland tätige Politikwissenschaftler ist Direktor des Transatlantic Networks, eines Zentrums für politische Bildung und Beratung mit Sitz in Königswinter, und gern gesehener Gast in deutschen Talk-Shows, u. a. bei Maybrit Illner und Markus Lanz.

Präsidenten kommen und gehen

Vorausgegangen war seinem Vortrag eine Begrüßungsansprache von Lothar Grünewald, Vorstand von DIE FAMILIENUNTERNEHMER. Grünewald erklärte, dass Donald Trumps Menschen- und Weltbild weitreichende Auswirkungen habe – auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, nicht nur in den USA, sondern weltweit. Was einst als stabile transatlantische Partnerschaft galt, werde unter der aktuellen US-Führung zunehmend infrage gestellt. Grünewald: „Müssen wir jetzt schwarzsehen und den Gürtel enger schnallen? Oder liegt in dieser Eruption auch eine Chance – eine Gelegenheit, dringend nötige strukturelle Veränderungen endlich zielgerichtet und zeitnah umzusetzen?“

Dr. Juliane Kronen, Vorstand des AmerikaHaus NRW e. V., betonte in ihrer Einführung, dass alle, die transatlantisch sozialisiert worden seien, einfach nur verstehen wollten, was in Amerika vor sich gehe. Darauf erwiderte der überzeugte Transatlantiker Dr. Andrew Denison: „Präsidenten kommen und gehen. Die transatlantische Brücke hat auch unter Trump weiterhin Bestand.“ Denisons Forderung: Europa solle sich resilienter aufstellen, aber nicht von den USA entkoppeln, zumal der US-Markt für Europa äußerst interessant sei und bleibe und dies ebenso für die USA im Hinblick auf den europäischen Markt gelte. Dem pflichtet auch Olaf Ziegs, stellvertretender Regionalvorsitzender von DIE FAMILIENUNTERNEHMER Metropolregion Köln Bonn, bei und fügt hinzu: „Auch in meinen Augen werden die guten deutsch-amerikanischen Beziehungen trotz derzeitiger Irritationen weiter bestehen.“

Markteintritt in die USA besser heute als morgen

Aufschlussreich waren auch die Einblicke von Dr. Christian Dowidat, geschäftsführender Gesellschafter der Gedore GmbH & Co. KG, der die Chancen des US-Marktes für Familienunternehmen trotz der aktuellen Herausforderungen sehr positiv beurteilte. Ein Markteintritt mit seinen vielfältigen Möglichkeiten für international agierende Unternehmen solle seiner Ansicht nach besser heute als morgen erfolgen. Dies gelte insbesondere für technisch anspruchsvolle Produkte, für die in den USA mit und ohne Zölle sehr gute Preise gezahlt würden.

Über 40 Familienunternehmerinnen und Familienunternehmer sowie Gäste waren der Einladung gefolgt, um die Vorträge anzuhören und an der anschließenden Fragerunde aktiv teilzunehmen. Als Zugabe gab es noch eine Besichtigung des Unternehmens. Die Veranstaltung war Teil der „Tour de Triangle“, eines 2023 von Lothar Grünewald konzipierten Veranstaltungsformats, das dreimal jährlich an verschiedenen Locations im Städtedreieck Solingen–Remscheid–Wuppertal stattfindet. Das Format bietet den Unternehmern im Bergischen Land ein Gesprächsforum, um über aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu diskutieren, sich auszutauschen und das jeweilige Thema weiterzudenken. Lothar Grünewald ist geschäftsführender Gesellschafter von BAK Maschinenteile GmbH sowie Gründer und Beirat von Grünewald Consulting GmbH mit Firmensitz in Solingen.

(Jana Leckel)

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