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KI liegt nicht im Trend

by Redaktion

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Weniger als zehn Prozent setzen auf künstliche Intelligenz

Zwar sehen viele Unternehmen künstliche Intelligenz als Chance für ihre Betriebe, doch nur ein sehr kleiner Teil setzt KI bisher ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Digitalverbands Bitkom. Demnach setzen nur neun Prozent der befragten Betriebe bisher KI in ihren Unternehmen ein. Viele Firmen planen aber künftig mit größeren Investitionen in diesem Bereich.

Obwohl die Unternehmen in Deutschland den Einsatz von künstlicher Intelligenz als vorteilhafte Technologie ansehen, steigt der Anteil der Betriebe, die KI im Einsatz haben, nur langsam an. Besonders der Mangel an Fachkräften und Daten sorgt bei vielen Firmen noch für Skepsis. Neun Prozent der im Rahmen der Studie befragten Unternehmen gaben an, KI selbst einzusetzen, im Vorjahr 2021 waren es noch acht Prozent. 25 Prozent diskutieren den künftigen Einsatz von KI in ihren Betrieben, im Vorjahr waren es noch 30 Prozent, vor zwei Jahren allerdings nur 22 Prozent. Für 64 Prozent der Befragten ist KI derzeit kein Thema. „Viele Unternehmen sind gezwungen, in einen Krisenmodus zu schalten: Steigende Energiekosten und hohe Inflationsraten sowie unterbrochene Lieferketten als Folge von Coronapandemie und dem Krieg gegen die Ukraine setzen der Wirtschaft zu. Da bleibt wenig Raum, an neue Technologien und Geschäftsmodelle für die Zukunft zu denken“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg und fügt hinzu: „Künstliche Intelligenz ist aber eine Schlüsseltechnologie, die praktisch überall zum Einsatz kommt – ob in der Automobilbranche, im Maschinenbau oder im Dienstleistungsbereich. Wichtig ist, dass wir in Deutschland den Zugang zu für KI notwendige Daten ermöglichen und erleichtern und der Datennutzung nicht ständig neue Steine in den Weg legen.“

Große Betriebe setzen häufiger KI ein

Besonders häufig wird KI in größeren Betrieben eingesetzt. Bei kleineren Betrieben zwischen 20 und 99 Beschäftigten setzen derzeit nur fünf Prozent KI ein, bei Unternehmen, die zwischen 100 bis 499 oder 500 bis 1.999 Beschäftigte zählen, sind es 18 Prozent. Bei Betrieben, die mehr als 2.000 Mitarbeiter haben, kommt künstliche Intelligenz bei 48 Prozent zum Einsatz. Dennoch sind weiterhin viele Betriebe immer noch sehr zurückhaltend beim Einsatz von KI in ihren Arbeitsabläufen und Produktionen. Als Vorteile nennen die Befragten besonders häufig schnellere und präzisere Problemanalysen (52 Prozent) und beschleunigte Prozesse (43 Prozent). Zudem wird ein geringerer Ressourcenverbrauch (39 Prozent) oft genannt sowie die Vermeidung menschlicher Fehler (38 Prozent) und die Möglichkeit, durch KI Expertenwissen ins Unternehmen zu holen (36 Prozent). Zudem glauben viele Umfrageteilnehmer daran, dass KI ihnen eine gestärkte Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht (46 Prozent), 27 Prozent erwarten verbesserte und 21 Prozent völlig neue Produkte und Dienstleistungen, die mithilfe von KI möglich sind. Einen Kostenvorteil durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz nennen lediglich elf Prozent der Befragten. „Unternehmen sollten die Möglichkeiten von KI für neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen stärker nutzen. Mit KI lassen sich nicht nur bestehende Prozesse optimieren, KI kann auch das Geschäftsmodell verändern“, so Berg.

Deutschland fällt zurück

Beim Thema KI scheint Deutschland im internationalen Vergleich ins Hintertreffen zu geraten. Nur sechs Prozent der befragten Betriebe sehen Deutschland beim Thema KI in einer Führungsposition. Vor einem Jahr waren es noch zehn Prozent. Für die Befragten liegt Deutschland damit deutlich hinter Japan (zehn Prozent), China (20 Prozent) und den USA (40 Prozent). „Wir müssen in Deutschland ernst machen mit unserer KI-Strategie. Welche Nation eine Führungsrolle bei der künstlichen Intelligenz einnimmt, wird nicht mit Lippenbekenntnissen entschieden“, sagte Berg. Um Deutschlands Rolle bei künstlicher Intelligenz zu stärken, wünschen sich 78 Prozent der Befragten finanzielle Förderungen von KI-Projekten. 68 Prozent denken, dass ein Austausch mit anderen Unternehmen, die KI einsetzen, helfen würde und dies Hilfestellungen bei der rechtlichen und ethischen Beurteilung mit sich bringen würde.

(Christian Esser)

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