Unternehmer NRW beauftragte die Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH damit, die Standortbedingungen der 396 Kommunen in NRW zu untersuchen. Mit ihrer Planungshoheit steuern Kommunen, ob und wie Räume und Flächen genutzt werden. Sie sind maßgeblich daran beteiligt, wie sich wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Lebensqualität und Standortattraktivität im Lokalen darstellt. Der demografische Wandel, die Digitalisierung und die Dekarbonisierung benötigen stetige Anstrengungen auf lokaler Ebene.
Kommunalranking 2025
Im Kommunalranking 2025 wurden die Indikatoren Wirtschaft, Arbeiten, Wohnen und Lebensqualität betrachtet. Innerhalb der Wirtschaft wurden dabei Punkte wie die Breitbandversorgung untersucht, beim Arbeiten u. a. die Beschäftigungsrate der Frauen und Älteren ab 55 Jahren, beim Wohnen u. a. die Baugenehmigungen und bei der Lebensqualität u. a. die Kaufkraft und die Pkw-Fahrtzeit zur nächsten Autobahn. Alle Indikatoren sind wichtig für den Standortwettbewerb. Die 396 Kommunen in NRW werden miteinander verglichen und die 10.648 Kommunen in Deutschland berücksichtigt. Dies erlaubt eine Einordnung der NRW-Kommunen in eine deutschlandweite Perspektive. Sie können eine Basis für zukünftige Entscheidungen bieten. Dabei wird das aktuelle Niveau, der Status quo, im Niveau-Ranking analysiert.
Die Dynamik und Anpassungsfähigkeit der Kommune wird im Dynamik-Ranking angeschaut. Im Dynamik-Ranking wird die absolute Entwicklung verglichen. Wie bereits in den Studien 2020 und 2023 belegen Herzogenaurach (Bayern) und Oberkochen (Baden-Württemberg) erneut die Spitzenplätze im Bundesvergleich des Niveaus. Von den berücksichtigten 10.648 Kommunen in Deutschland belegen die NRW-Kommunen Positionen zwischen Rang 129 (Monheim am Rhein) und Rang 10.371 (Kranenburg). Gegenüber den Ergebnissen 2023 hat sich die Bestplatzierung einer NRW-Kommune von Rang 85 auf Rang 129 verschlechtert. Im Mittel verbessert sich NRW: Die durchschnittliche Bewertung steigt von Rang 6.276 auf Rang 6.045. Im Niveau-Ranking ist in NRW Düsseldorf auf Platz 15.
Köln im Detail
Im Regierungsbezirk Köln ist im Niveau-Ranking Leverkusen auf Platz 5, gefolgt von Nettersheim (Rang 17), Odenthal (Rang 36), Bad Honnef (Rang 44) und Wiehl (Rang 55). Die im Regierungsbezirk bestplatzierte Kommune Leverkusen punktet insbesondere mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, einer hohen gemeindlichen Steuerkraft und patentstarken Unternehmen. Daneben wird auch die Lebensqualität mit einem soliden Rang 61 gewürdigt, der aus der vorderen Mittelfeldplatzierung in allen Indikatoren resultiert. Monheim am Rhein profitiert von wirtschaftlichen Faktoren. Seit der drastischen Senkung des Gewerbesteuersatzes 2012 (aktuell: 250 Prozent) haben sich die Einnahmen verfünffacht. Der Regierungsbezirk Köln liegt im Niveau-Ranking auf einem Platz zwischen 67 und 132 und damit im oberen Drittel.
Im Dynamik-Ranking ist Köln im oberen Sechstel und damit noch besser. Die Rheinschiene gewinnt mit den Platzierungen von Monheim a. R. (Rang 4), Neuss (Rang 12), Düsseldorf (Rang 29) und Köln (Rang 63) in der Spitzengruppe an Strahlkraft in der Dynamikbewertung. Der Regierungsbezirk Köln mit seinen 99 Kommunen (25,0 Prozent aller NRW-Kommunen) ist eine dynamische Region im Wandel. Die beste Dynamik-Entwicklung verzeichnet Niederzier (Rang 3). Starke Entwicklungen sind auch in Köln (Rang 63) und seinem Umland mit Bergisch Gladbach (Rang 53), Brühl (Rang 38) und Erftstadt (Rang 50) zu beobachten.
Im Teilbereich Wirtschaft ist im Regierungsbezirk Köln Leverkusen auf dem Spitzenplatz 3 wegen der Gewerbesteuerhebesätze und der gemeindlichen Steuerkraft, im Bereich Arbeiten Wipperfürth auf dem Spitzenplatz 83 wegen der Beschäftigungsrate der Frauen und der Arbeitsplatzversorgung, im Bereich Wohnen Gangelt auf dem Spitzenplatz 2 wegen der Baugenehmigungen und des Wohnungsneubaus und im Bereich Wohnen Bonn auf dem Spitzenplatz 1, wegen der Ärztedichte und des Altersquotienten. Bad Honnef kommt direkt auf Platz 2 wegen der Ärztedichte und der Kaufkraft und Nettersheim auf Platz 3 wegen der Wanderungen und der naturnahen Flächen. Im Dynamik-Ranking ist in der Wirtschaft Leverkusen auf Platz 5, Wegberg im Arbeiten auf Platz 3, im Wohnen ist Rheinbach auf Platz 5 und in der Lebensqualität ist Niederzier auf Platz 1, gefolgt von Nettersheim auf Platz 2 und Brühl auf Platz 4.
Wirtschaft: Der Bayer-Standort Leverkusen erreicht insgesamt Platz 3 in der Wirtschaft. Wassenberg ist auf Rang 69. Nur 20 der 99 Kommunen des Regierungsbezirks Köln sind überhaupt in der vorderen Hälfte platziert. Schlecht: Alle sieben letzten Plätze gehen an Kommunen aus dem Regierungsbezirk Köln. Wird innerhalb der Wirtschaft die gemeindliche Steuerkraft als Maß für den Erfolg einer Kommune herangezogen, so gelten Leverkusen (Rang 4), Köln (Rang 15) und Wesseling (Rang 17) als besonders erfolgreich.
Arbeiten: Die arbeitsmarktbezogenen Standortbedingungen zählen nicht zu den Stärken des Regierungsbezirks Köln. Keine der 99 Kommunen erreicht eine Platzierung in der Spitzengruppe. Die beste Kommune ist Wipperfürth im Oberbergischen Kreis auf Rang 83.
Wohnen: Am aktuellen Rand können sich vier Kommunen (Gangelt, Dahlem, Selfkant, Erkelenz) in den Top 10 platzieren. In Gangelt auf Platz 2 waren ausschlaggebend die Baugenehmigungen und der Wohnungsneubau, in Dahlem auf Platz 4 die Wohnfläche und der Wohnungsneubau.
Lebensqualität: Insgesamt zählt der Bereich Lebensqualität sowohl im Niveau als auch in der Dynamik zur Stärke des Regierungsbezirks Köln. Sieben der Kommunen aus dem Regierungsbezirk Köln platzieren sich in der Niveaubetrachtung in den Top 10. In puncto Kaufkraft zeigen sich insbesondere Umlandgemeinden der größeren Kommunen (Leverkusen, Köln, Bonn) erfolgreich. Pulheim (Rang 6), Rösrath (Rang 13) oder auch Bad Honnef (Rang 10) zeigen hier besondere Stärken. Die Anbindung an das Straßenverkehrsnetz ist zudem gut im Regierungsbezirk Köln und das Verhältnis zwischen jungen und alten Menschen.
(Karoline Sielski)
