Fünf Jahre „Unternehmen im Fluss“

600 Wirtschaftsvertreter diskutierten auf der MS RheinMagie von Köln nach Düsseldorf

by Diana Pohl
v. l. n. r.: Klaus Kappen, CTO Rheinmetall, Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Astrid Lambrecht, Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich, und Susanne Fabry, Vorständin der RheinEnergie (Moderation)

Künstliche Intelligenz ist derzeit in aller Munde: KI verändert Branchen, definiert unsere Arbeitsweise neu und gestaltet unsere Zukunft um. Die Potenziale sind immens – sowohl im Positiven als auch im Herausfordernden. Grund genug für die Digitale Stadt Düsseldorf e. V., sich in der fünften Auflage ihres beliebten Veranstaltungsformats „Unternehmen im Fluss“ in zwei hochkarätig besetzten Diskussionsrunden dem allgegenwärtigen Thema zu widmen.

Die Keywords der Veranstaltung sprachen Thomas Jarzombek, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, und Andreas Feicht, CEO RheinEnergie. Jarzombek fragte: „Was sind unsere Herausforderungen?“, und er beantwortete seine Frage gleich selbst: „Viele Projekte von uns sind zu kompliziert. Wir müssen zukünftig die Dinge einfacher machen, den Mut aufbringen, Entscheidungen zu fällen, und Priorisierungen vornehmen.“ Der Staatsminister nannte auch ein konkretes Beispiel: Ab 2027 brauche man kein Portemonnaie mehr. Denn: Führerschein und Personalausweis würden digitalisiert vorliegen. Andreas Feicht wies in seinem Grußwort darauf hin, dass Deutschland beim Thema Digitalisierung hinterherhinke und dringend Geschwindigkeit aufnehmen müsste. Dafür brauche man kostengünstige Energie. Sein Vorschlag: „Wir müssen in diesem Bereich ganz pragmatisch auf Brückentechniken setzen, damit wir keine digitale Kolonie werden.“

Zwei Panels mit hochkarätigen Diskussionsteilnehmern

Nach den Grußworten folgten zwei Diskussionsrunden. In der ersten, mit dem Titel „KI trifft Quantentechnologie“, sprach unter anderem Astrid Lambrecht, Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich und promovierte Quantenphysikerin, über Jupiter, den gerade in Jülich frisch eingeweihten, viertschnellsten und energieeffizientesten Computer der Welt. Die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Ina Brandes, erläuterte, wie man von der Forschung in die Anwendung komme, und Klaus Kappen, CTO Rheinmetall, sagte, ohne Sicherheit sei alles nichts und dass er sich freue, dass das Thema „Sicherheit“ in der Bevölkerung angekommen sei. In der zweiten Runde diskutierten Experten unter dem Titel „KI trifft Wirtschaft“ über die Potenziale und Herausforderungen beim Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz und Wirtschaft. Nach einem pointierten Schlagabtausch resümierte die Moderatorin und Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Düsseldorf Karin-Brigitte Göbel: „Wir brauchen Entscheidungsfähigkeit und mehr Plan.“

Synthetisches Blut setzt sich im Start-up-Wettbewerb durch

Zum fünften Jubiläum von „Unternehmen im Fluss“ wurde ein Start-up-Pitchwettbewerb in das beliebte Veranstaltungsformat integriert. Das Publikum wählte Vivalyx, präsentiert von Felix von Lendenfeld, Head of Clinical Affairs bei Vivalyx, auf den ersten Platz. Das Start-up bietet einen patentierten, vollständig synthetischen und kostengünstigen Ersatz für Blut.

Nach den überaus spannenden und aufschlussreichen Podiumsdiskussionen und dem anschließenden Pitch hatten die Unternehmerinnen und Unternehmer Gelegenheit, sich – bei Speis und Trank – miteinander auszutauschen. Olaf Ziegs, Regionalvorstand von DIE FAMILIENUNTERNEHMER, betonte: „Ich freue mich, dass so viele Familienunternehmer an der Veranstaltung teilgenommen haben.“ Er fügte hinzu: „KI lässt sich meiner Meinung nach nicht aufhalten. Man sollte keine Angst vor der neuen Technologie haben, sondern die Möglichkeiten, die KI bietet, ausloten und klug ausschöpfen.“

(Jana Leckel)

Bildquellen

  • Gruppenfoto: Karina Vilenskaja, Digitale Stadt Düsseldorf

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